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Revive Israel Ministerien

Anti-Messianische Demonstration

©06.26.2011 Revive Israel Ministries

Asher Intrater

Wir brauchen dringend deine Gebete. Gewisse Ultraorthodoxe Extremisten haben eine Demonstration vor dem Haus von S und N (unserem Gemeindesekretär) geplant. Die Demonstration soll am heutigen Sonntagabend, 18.30 Uhr israelischer Zeit stattfinden. Bete um Schutz für S und Ns Zuhause. Bete für starke Gegenreaktionen der Nachbarn, der Öffentlichkeit und der Medien. Böse Mächte versuchen anzugreifen, aber wir glauben, dass Gott dies zu einem geistlichen Sieg umkehren wird.

Ausserdem erschien in der städtischen Zeitung einen Artikel unter dem Einfluss derselben „antimessianischen“  oder „antimissionarischen“ Gruppen, der messianische Juden im Allgemeinen und Asher ganz speziell angreift. Bete weiterhin, dass das, was als Böse gedacht war, sich zum Guten wendet, und dass Wahrheit und Liebe den Sieg über Lüge und Hass davontragen werden. Bete auch für Weisheit, wie wir auf den Artikel reagieren sollen. Wir glauben, dass all dies zu einem beispiellosen, positiven Zeugnis der Gnade Jeschuas (Jesus) wird.


Das Allgemeine und das Besondere

Von SI (mit Asher Intrater)

Die jüdische Philosophie beschäftigt sich viel mit den Konzepten des „Allgemeinen“ und des „Besonderen“. Allgemeine Prinzipien beschäftigen sich mit Menschen aus allen Ländern. Die Schöpfungsgeschichte zum Beispiel ist allgemein. Moralische Grundsätze wie nicht zu morden oder zu stehlen sind ebenfalls allgemein.

Das Besondere ist „ethnozentrisch“ und befasst sich nur mit einer Volksgruppe. Viele der Erzählungen in den hebräischen Schriften handeln von der „besonderen“ Geschichte der Nation Israels allein. Die Bibel als Ganzes hat allgemeine und besondere Elemente.

In dem Mass, wie die Torah den Menschen den einen Gott offenbart, ist sie allgemein. In dem Mass, wie sie den Bund der levitischen Priesterschaft und dem jüdischen Volk beschreibt, ist sie besonders. Jedoch sind die allgemeinen und besonderen Elemente miteinander verstrickt und voneinander abhängig, so wie der positive und der negative Pol bei elektrischem Strom.

Während der Zeit seines Dienstes in den Evangelien konzentriert Jeschua (Jesus) Seinen evangelistischen Dienst auf die Juden im Speziellen (Matthäus 10,5-6; 15,26). Nachdem Er von den Toten auferweckt worden war, gab Er seinen Jüngern die Anweisung, ihren Glauben an Israels messianischen König in der ganzen Welt zu verkünden (Matthäus 24,14; 28,19; Markus 16,15; Lukas 24,47).

Die Jünger erwarteten, „die Königsherrschaft für Israel (Apg 1,6)“ wiederherzustellen. Aber Jeschua wies sie an, IHN zu bezeugen „bis an das Ende der Erde (Apg 1,8)“. Er hat ihr Verständnis des Königreichs erweitert vom Besonderen hin zum Allgemeinen. Das Königreich Gottes ist gleichzeitig besonders (seine Hauptstadt in Jerusalem) und allgemein (bis in alle Nationen).

Die Spannung dieses Übergangs ist in der ganzen Apostelgeschichte sichtbar. Simon Petrus‘ Vision des leinenen Tuchs und die Tatsache, dass er den Römern predigte, wurde von einigen jüdischen Gläubigen kritisier (Apg 10 – 11). Die Auseinandersetzung führte zum ersten apostolischen Konzil (Apg 15). Das Konzil entschied, die Botschaft des Evangeliums zu verallgemeinern und auf alle Nationen auszudehnen, widerrief aber nicht die besondere Berufung der jüdischen Gläubigen.

Die Apostel unterschieden zwischen allgemeinen Gesetzen für heidnische Bekehrte im Gegensatz zu den Gesetzen der Torah, die nur dem jüdischen Volk auferlegt sind. Während Paulus (Saulus) der grösste Befürworter der internationalen Gemeinde und der allgemeinen Theologie war, bewahrte er trotzdem immer die ethno-zentrischen Aspekte seiner eigenen jüdischen Identität und seines Lebensstils.

In der Rede des Apostels Saulus an die religiösen Juden im Tempel (Apg 22) erfuhr er nur wenig Widerstand, als er von seiner Vision von Jeschua sprach. Aber in dem Moment, als er davon sprach, dass er auch zu den Heiden gesandt sei, entstand ein Aufruhr in der Masse (Apg 22,21). In seinen Briefen an die heidnischen Gemeinden ermutigt er sie, dass Juden und Heiden im Glauben gleich sind.

Die Schriften des Neuen Bundes wurden griechisch geschrieben, weil Griechisch die internationale und allgemeine Sprache des ersten Jahrhunderts war, so wie englisch es heute ist. Trotzdem sprachen Jeschua und Seine Jünger hebräisch untereinander und mit ihren Landsleuten, weil dies die Sprache des jüdischen Volks in Israel war (Apg 21,40; 22,2; 26,14). Innerhalb unserer Gemeinden in Israel sprechen wir hebräisch, aber wenn wir Lehre international veröffentlichen, brauchen wir Englisch. Es gab einen Konflikt in der frühen Gemeinde zwischen denen, die hebräisch und denen, die griechisch sprachen (Apg 6,1).

Die Zerstörung des Tempels 70 n.Chr. veränderte das jüdische Weltbild drastisch. Das rabbinische Judentum wurde durch das Konzil von Yavne im frühen zweiten Jahrhundert gefestigt. Währenddessen wurde der Glaube der frühen messianischen Juden universaler und dezentraler und dehnte sich in den heidnischen Nationen aus. Diese beiden Strömungen (das Judentum der Rabbiner von Yavne und das Judentum der Apostel Jeschuas) entwickelten sich parallel, oftmals miteinander verwoben, oftmals aufeinanderprallend.

Das Christentum und das Judentum wurden im zweiten und dritten Jahrhundert immer stärker polarisiert. Das klassische Christentum bewegte sich hin zu eine extreme „Ersatz“-Sicht, während sich das rabbinische Judentum einem extremen „ethno-Zentrismus“ zuwandte. Das dynamische Gleichgewicht zwischen dem Allgemeinen und dem Besonderen in der frühen messianisch-jüdischen und christlichen Gemeinde war bald verloren.

Der Glaube an den Messias, wie er im Neuen Bund beschrieben ist, ist gleichzeitig allgemein und besonders. Jeschua ist als der „Sohn Gottes“ (Römer 1,4) allgemein und als der „Sohn Davids“ (Römer 1,3) besonders. Jeder Mensch kann zu jeder Zeit und an jedem Ort den Heiligen Geist empfangen (Apg 2, 17), aber wenn Jeschua zurückkehrt, wird Er seinen Fuss zu einer besonderen Zeit an einen besonderen Ort, auf den Ölberg, setzen.

Das Gleichnis des Ölbaums in Römer 11 beschreibt die Zusammenführung dieser beiden Weltanschauungen: die Wurzel ist besonders, die allgemeinen Zweige werden eingepfropft. Die natürlichen Zweige wurden abgeschnitten, werden aber zurückkehren, um  wieder eingepfropft zu werden. Diese Zusammenführung des Allgemeinen und des Besonderen,  von Israel und der Gemeinde, ist ein Mysterium, das nur durch eine besondere Offenbarung verstanden werden kann (Epheser 3,3-6).

Der erneute Glaube der jüdischen Gläubigen an Jeschua als Messias und die Wiederherstellung des Staates Israel stellen das ursprüngliche Gleichgewicht dieser Dinge wieder her. Wir messianischen Juden müssen alle allgemeinen geistlichen und moralischen Aspekte des Evangeliums annehmen und gleichzeitig Gottes besonderem Ruf und Bund mit unserem Volk treu sein.


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