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Persönliche Betrachtung zur Gerichtsverhandlung
©06.12.2011 Asher Intrater

Das vergangene Jahr bot einige noch nie dagewesene Möglichkeiten, unseren Glauben in den israelischen Medien darzulegen. Unter anderen waren dies der Bildungssender im Fernsehen, Channel One, und die grösste hebräische Zeitung, Yediot.

Während dieser Zeit habe ich auch in eine sephardisch-orthodoxe Synagoge besucht, weil ich es geniesse, mit ihnen zusammen die Bibel zu lesen, zu beten und Gemeinschaft zu haben. Vor einigen Wochen hat einer der Mitglieder mich vom Fernsehen erkannt. Ich habe ihm gegenüber meinen Glauben als messianischer Jude bestätigt. Es dauerte nicht lange bis die ganze Synagoge Bescheid wusste.

Der Rabbi bat mich zu einem Treffen mit ihm. Er ist ein guter Mann, den ich respektiere. Wir sprachen mehr als eine Stunde über Glaube und Religion. Obwohl er sehr höflich war, sagte er mir, dass die Rabbiner in Jerusalem harschen Widerstand gegen mich planten und dass er sie unterstütze. Am nächsten Sabbat liessen sie mich nicht in die Synagoge hinein. Ich merkte, dass sie nicht mich ablehnten, sondern Jeschua (Jesus), der sie mehr liebt als sie wissen. Er und ich gingen traurig zusammen weg.

Am Sonntag stand dann die Polizei vor unserer Tür. Sie hatten eine gerichtliche Vorladung für mich, zusammen mit einem Paar aus unserer Gemeinde vor Gericht zu erscheinen. Die Vorladung enthielt 19 Seiten unhaltbare Anschuldigungen. Die Klage erfolgte im Namen der Eltern eines Teenager-Mädchens, das eine Freundschaft zu dem Paar aus unserer Gemeinde aufgebaut hatte.

In Israel ist es illegal, Minderjährige ohne Einverständnis derer Eltern zu einer anderen Religion zu bekehren. Wir würden dies unter keinen Umständen tun, und in diesem Fall haben wir die Familie schriftlich darüber informiert, dass das Mädchen nur mit der Erlaubnis der Eltern zu Besuch kommen durfte. Daher war die Klage von Anfang an völlig gegenstandslos.

Als wir im Gericht ankamen, waren da ein religiöser Anwalt und ein Repräsentant einer „Anti-Missions“-Gruppe. [Es ist wichtig zu wissen, dass die Mehrheit der israelischen Öffentlichkeit und der Behörden nicht „Anti-messianisch“ sind. Der Widerstand kommt hauptsächlich von extremistischen religiösen Gruppen.]

Anstatt sich um die Klage der Eltern zu kümmern, begann der Anwalt einfach, uns als Sekte zu beschimpfen, in dem er mich mehrmals als „Leiter der Sekte messianischer Juden (Apg 24,4-5)“ nannte. Das war zwar erniedrigend, hatte aber nichts mit den juristischen Aspekten des Falls zu tun. Die Klage war eine List, uns zu verleumden und hatte wenig mit Fürsorge für eine hilfsbedürftige junge Frau zu tun.

Schlussendlich wurde der Richter wütend und fragte, was all dieses religiöse Geschwätz mit der Klage zu tun hätte (Lukas 23,4 und 14, Apg 18,14-15; 19,38). Als wir zum Beweis unsere Briefe an die Familie mit der Bitte um die elterliche Erlaubnis vorlegten, schloss der Richter den Fall. Es ist eine Schande, dass die Eltern ausgenutzt wurden von Leuten, die uns in Verruf bringen wollen. Wir können nur das Beste für das Mädchen und ihre Familie hoffen.

Als wir nach Hause kamen, erfuhren wir von der nächsten „Welle“ des Widerstandes: die Lokalzeitung plante einen Artikel, der uns als „missionarische“ Sekte angreift. Offensichtlich war der Gerichtsprozess Teil einer Taktik, um uns in den Zeitungen zu verleumden. Bitte betet inständig, dass alles, was als böse geplant war, in Gutes umgewandelt wird. Ich möchte unserem Anwalt und guten Freund Caleb Myers vom Jerusalem Institute of Justice danken, der uns in diesem Fall  vertreten hat.

Der geistliche Angriff einer religiösen Verfolgung ist dreifach: Ablehnung, Einschüchterung und Verleumdung. Man könnte sagen, dass sie versuchen, uns loszuwerden. Wegen euren Gebeten wurden wir durch Gottes Gnade beschützt und mit einer grossen Gelassenheit gestärkt.

Die ganze Situation erinnerte stark an eine Szene aus der Apostelgeschichte. Da sassen wir in einem Gerichtssaal in Jerusalem, als Sekte angeklagt, von der Synagoge ausgeschlossen, und Pharisäer schmiedeten Pläne gegen uns. Vermutlich war es eine Art Ehre. Die üble Nachrede über uns ist eine Ablenkung von der eigentlichen Frage: Entweder ist Jeschua der Messias, oder Er ist es nicht (Apg 17,3).

Während Jahrzehnten habe ich gelehrt, dass wir wie die Apostel leben sollen. Ah, aber es gibt keine apostolische Erweckung ohne die Verfolgung. „Und jetzt, Herr, sieh ihre Drohungen an und verleihe Deinen Knechten, Dein Wort mit aller Freimütigkeit zu reden, indem Du Deine Hand ausstreckst zur Heilung, und dass Zeichen und Wunder geschehen…“ – Apg 4,29-30. Haben wir erwartet, Zeichen und Wunder zu haben ohne die Bedrohung?

Wir bekommen eine klarere Perspektive dieser biblischen Geschichte.

- Religiöse Führer werden normale Leute zur Wut aufhetzen (Apg 6,12; 14,2 und 19; 13,50; 17,5 und 13).

- Sie werden juristische und kriminaltechnische Spezialisten engagieren, um uns zu beschuldigen (Apg 24,1).

- Deshalb hat Jeschua die Trennung von Staat und Religion verfügt („So gebt dem Kaiser…“ – Matthäus 22,21), und Saulus/Paulus rief die Staatsgewalt an („Ich stehe vor dem Richterstuhl des Kaisers…“ – Apg 25,10).

- Wir werden beschuldigt werden, eine Sekte zu sein (Apg 24,5 und 14; 28,22).

- Anstatt sich mit dem Inhalt unserer Botschaft zu befassen, werden die Fragen darauf abgelenkt, unseren Charakter mit Lügen und Verleumdung anzugreifen (Lukas 23,1-2, Apg 16,20; 17,6; 18,13; 21,28; 22,22).

- Sie werden versuchen, einen Fehler in unseren Worten zu finden, um uns anzuklagen (Lukas 11, 54; 14, 1; 20, 20).

- Wenn wir fest genug beten, werden die Apostel der heutigen Zeit aus dem Gefängnis befreit (Apg 12,5). Wenn wir nicht genug beten, werden sie nicht befreit werden (Apg 12,2).

-  Zu denken, dass es Erweckung ohne Verfolgung geben kann, ist eine Täuschung (Apg 14,22).

-  Alles wird annehmbar sein ausser einer Sache: der Name Jeschuas (Apg 4,17-18; 5,28 und 40).

Ist es das alles wert? Ja. Aus welchem Grund? – LIEBE. Wenn wir unser Volk lieben, dann sind Schmerz und Verfolgung den Preis wert, um ihnen die Liebe des Messias zu zeigen. Ich fühle mich in keiner Weise beleidigt oder verletzt. Wir lieben unser Volk einfach und wären bereit, unser Leben für sie niederzulegen (Apg 7, 60; 20, 24; 21, 13). Sie verstehen wirklich einfach nicht (Lukas 23,46). Noch nicht.


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Bitte BETET für unseren Dienst in Israel. Für unsere Evangelisation unter Israelis, die Gründung messianischer Gemeinden, unsere Jüngerschaftsschule, die prophetische Anbetung und Gebetswachen auf Hebräisch und die finanzielle Unterstützung der Bedürftigen.