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Revive Israel Ministerien

©12. Juli 2009, Asher Intrater

Nummer zwei sein

Die meiste Zeit meines Lebens im Dienst habe ich als "Nummer 2" gedient: während 5 Jahren als Dan Justers Assistent in der Beth Messiah Gemeinde, während 4 Jahren an einer christlichen High School unter Thurlow Switzer, als Assistent von Joe Shulam während 4 Jahren bei Netivya, unter Ian Zaimir während 3  Jahren bei der Messianisch Jüdischen Allianz, und 4 Jahre unter Ari Sorkoram bei Tiferet Yeshua.

Als Hauptleiter war ich bei der El Shaddai-Gemeinde in Frederick und nun bei Revive Israel und Ahavat Yeshua in Jerusalem.

Der Prophet Daniel war der wichtigste Leiter unter Nebukadnezar, Joseph unter Pharao und Mordechai unter Ahasveros. Obwohl alle diese Männer auf der Position der Nummer 2 geblieben sind, waren sie die wahren Leiter in Gottes Augen. Die Nummer 2 zu sein ist das schriftgemäße Vorbild für den Dienst, da Jeschua (Jesus) selbst die Nummer 2 war. Obwohl der Vater größer ist (Joh 14,28), ist Jesus die zentrale Figur der Bibel, Mittler zwischen Gott und Mensch.

Beaufsichtigen versus Handeln

Die Nummer 1 arbeitet in der Regel als derjenige, der die Aufsicht führt, während die Nummer 2 die praktischen Aktionen leitet. Man kann es mit dem Verhältnis zwischen dem Trainer und dem Kapitän der Mannschaft vergleichen. Der Kapitän spielt unter der Autorität des Trainers, aber er führt, was das Erzielen der Tore angeht. Es ist schwierig beides zu sein: sowohl leitender Trainer, als auch Teamkapitän zur selben Zeit. Bei Revive Israel und Ahavat Jeschua versuche ich, die Rolle des Trainers zu übernehmen und die Schlüsselspiele wann immer möglich an unsere Teammitglieder zu geben.

Die Nummer 2 zu sein bietet reichlich Gelegenheit seinen Charakter zu trainieren. Josua diente als oberster General unter Mose und führte die Schlacht an, während Mose auf dem Berg stand, seine Hände zu Gott erhoben (2Mo 17,10-11). Wir nennen dies "der Vision eines anderen Mannes zu dienen". Charakter und Charisma entwickeln sich so zur gleichen Zeit. Als Nummer 2 zu dienen birgt den zusätzlichen Segen eines ständigen Tests unserer Demut.

Während der 40 Jahre in der Wüste richteten sich die Beschwerden an Mose, nicht an Josua. Darum war Josua in der Lage sich auf den Kampf gegen die Amalekiter zu konzentrieren. Josua diente Mose auch darin, ihn von den internen Klagen und Streitigkeiten abzuschirmen.

Wir hatten bei Revive einmal einen Pastor zu Gast. Unsere „Abteilungs­leiter“ waren anwesend, aber ich fehlte. Irgendjemand hat während des Treffens an dem Dienst Anstoß genommen und sich anschließend über mich geärgert. Obwohl ich nicht anwesend war, musste ich mit dem Ärger umgehen. Es gibt also einen Schutz für denjenigen, der Nummer 2 ist, weil die Beschwerden und Angriffe sich oft gegen die Spitze richten.

Ein weiterer Vorteil als die Nummer 2 zu dienen liegt darin, dass mehr Zeit für die persönliche Andacht bleibt. Weil Mose sich oft mit den Problemen beschäftigen musste (2Mo 18), war Josua in der Lage, mehr die Gegenwart des HERRN zu genießen (2Mo 33,11). Später erfüllte Josua seine Berufung, indem er die Eroberung des Heiligen Landes anführte. Sein späterer Dienst war eine Fortsetzung und Ausweitung seines Dienstes mit Mose (Josua 1,2-8).

Satan, Absalom und Joab

Als die Nummer 2 zu dienen, hat aber auch seine Gefahren. Luzifer (Hebr.: Hillel ben Schachar) diente in der Position der Nummer 2 als einer der Erzengel zusammen mit Michael und Gabriel. Dann schlich sich Stolz ein; der Stolz führte zu Neid; Neid führte dazu beleidigt zu sein; beleidigt sein zu Rebellion (Jesaja 14 und Hesekiel 28). Wenn wir in Positionen einer Nummer 2 dienen, müssen wir jeden Tag auf der Hut sein, gegenüber den schleichenden satanischen Gedanken des Neides und des Beleidigt-seins.

Wir können einen Fehler auf einer von zwei Seiten machen. Das erste Beispiel ist Absalom, der Sohn von König David. Er war charmant, talentiert und attraktiv. Er fing damit an, das natürliche Bedürfnis der Leute sich über Davids Leiterschaft zu beschweren, auszunutzen und gegen David auszuspielen. Absalom konnte mehr Zeit mit den Menschen verbringen. Aufgrund seiner Begabung war er in der Lage ihre Loyalität zu gewinnen und zog ihre Herzen auf subtile Art von David weg (2Samuel 15,1-6). Eine unserer Aufgaben als Nummer 2 ist die Loyalität der Menschen auf den Leiter an der Spitze zu lenken.

Ein anderes Beispiel ist Joab, der große General unter König David. Er war siegreich, selbst-diszipliniert, tapfer und kompromisslos. Er blieb an der Front, während David im Palast faulenzte und Ehebruch beging. Und doch verleitete ihn seine Macht zum Schluss, David zu betrügen. Gleichzeitig verletzte er andere in seiner Umgebung, die David versuchte zur Leiterschaft heranzuziehen. Diejenigen, die ein barmherziges Herz haben, müssen sich gegen den Geist von Absalom schützen und diejenigen mit einer prophetischen Begabung gegen das Joab-Syndrom.

Missbrauchende Leiterschaft verlassen

Manchmal dienen wir als Nummer 2 und der Leiter entwickelt sich zu jemandem, der seine Leiterschaft missbraucht. Dies geschah bei David unter König Saul. Saul wurde eifersüchtig, verlor seinen Verstand und begann David anzugreifen. David versuchte sein Bestes, um loyal zu bleiben und sich unterzu­ordnen, aber all seine Versuche schlugen fehl. Wir müssen alle Versuche zur Versöhnung machen, aber Sünde auch in einem liebenden und bundes­gemäßen Gespräch konfrontieren (gemäß den Prinzipien in Matthäus 18).

Wenn dies nicht gelingt, dann können wir das tun, was David als nächstes tat:
1) gehen, 2) die Ehre des Leiters wahren. Manche bleiben unter einem Leiter, auch wenn sie missbraucht werden. Dies ist falsch. Gott möchte nicht, dass du missbraucht wirst. Hier ist Unterscheidung notwendig. Manchmal beruft Gott uns dazu unter einer missbrauchenden Leiterschaft zu bleiben zum größeren Nutzen für das Königreich. Wenn dem so ist, dann wir Er eine besondere Gnade zur Verfügung stellen, damit man keinen geistlichen Schaden nimmt.

Als David Saul verließ, trennte er sich räumlich für eine Zeit lang, um nicht die Ursache für Spaltung zu sein. Er versuchte alles, riskierte sein Leben und stellte sich gegen den Rat seiner Freunde um Sauls Ehre und Position zu schützen. David wusste, dass er eines Tages König sein würde und er wollte ein gutes Beispiel für die Ordnung in Autorität aufzeigen. Er ist uns ein Vorbild, wie man die Nummer 2 Position verlässt, wenn der Leiter sich zu einem missbrauchenden Führer entwickelt.

Lasst uns in Jeschuas Fußstapfen treten und dem HERRN als „Nummer 2“ dienen. Sogar dann, wenn wir an der Spitze einer Organisation stehen, sind wir in Wirklichkeit ohnehin nur „Nummer 2“ und dienen unter Jeschuas Leiterschaft in unseren Herzen. Als Nummer 2 zu dienen ist ein effektiver und effizienter Weg für jeden Jünger, damit er viel Frucht für das Jeschuas Königreich bringt.


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