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Die Leiter von Evangelium und Gesetz
©1. February, 2009 Asher Intrater

Die Beziehung zwischen der Botschaft des Evangeliums und der Jüdischen Tradition kann mit einfach Worten als eine Art Leiter mit vier Stufen oder vier Prioritäten beschrieben werden:

  • Errettung durch Gnade
  • Moralische Gesetze
  • Rituelle Gesetze
  • Religiöse Tradition

Errettung durch Gnade
Jeschua (Jesus) nahm am Kreuz unsere Bestrafung auf sich und auferstand von den Toten um uns ewiges Leben zu geben. Diese Botschaft ist wichtiger als alle anderen. Wir sind Wesen, die von einem liebenden und heiligen Gott geschaffen wurden. Wir haben gesündigt. Alle Gerechtigkeit kommt von Ihm und durch Ihn. Ohne den Glauben an Seine Gerechtigkeit kann kein Mensch hoffen, jemals gerecht zu werden. Dies ist das zentrale Thema des Römerbriefes.

Moralisches Gesetz
Aus diesem Grund ist die Errettung durch Gnade wichtiger als das moralische Gesetz. Trotzdem gibt es weitere Richtlinien, die wichtig sind. Und wer bestimmt, welche es sind? – Nur eine Person, die selbst absolut gerecht ist. Deshalb müssen alle moralischen Richtlinien von Gott alleine kommen. Gottes moralische Richtlinien sind absolute und sie gelten für alle menschlichen Wesen. Sie sind in der Bibel festgehalten. Die prägnanteste Auflistung Seiner moralischen Erwartungen sind die zehn Gebote (Matthäus 19,17).

Innerhalb des Gesetzes gibt es Gebote mit grösserem Gewicht und solche mit geringerem. Jeschua ermutigte uns, das “Wichtigste im Gesetz" nicht beiseite zu lassen, "nämlich das Recht, die Barmherzigkeit und den Glauben!" (Mat 23,23) Um Gottes Geboten zu gehorchen, müssen wir verstehen, welche Aspekte davon wichtiger sind und welche weniger wichtig.

Rituelle Gesetze
Die grundsätzliche Unterscheidung zwischen Wichtigem und weniger Wichtigem liegt zwischen dem moralischen Gesetz (Liebe) und dem rituellen Gesetz (Symbole). "du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von ganzem Gemt und von allen deinen Krften. Du sollst deinen Nchsten lieben wie dich selbst. Es ist kein anderes Gebot grsser als diese" - Markus 12,30-31.

Die rituellen Gesetze, auch „Zeichen“ des Bundes genannt, sind nicht bindende Gebote, so wie es die moralischen Gesetze sind. "Beschnitten sein ist nichts, und unbeschnitten sein ist nichts, sondern: Gottes Gebote halten." - 1 Kor 7,19. Ist die Beschneidung also kein Gebot? – Doch, im Sinne, dass sie als rituelles Gesetz in der Bibel festgehalten ist. – Nein, im Sinne, dass sie nicht ein Teil der absoluten, moralischen Gesetze darstellt.

Beschneidung, Feste und Speisegesetze sind nicht auf der gleichen Stufe wie die Gebote gegen Lügen, Diebstahl, Ehebruch und Mord. Wenn man die Priorität des moralischen Gesetzes über dem rituellen Gesetz nicht anerkennt, so ist dies ein kritisches Missverständnis des ganzen Gesetzes selbst und kann zu religiöser Scheinheiligkeit führen. Jeschua wies die Pharisäer zurecht dafür, dass sie das Gesetz interpretierten und daher missachteten. "Ihr verblendeten Fhrer, die ihr Mcken aussiebt, aber Kamele verschluckt!" - Matthus 23,24. (Leider hat ein Grossteil der Christlichen Welt das Gesetz ganz abgelehnt, was oft in Sünden und moralischen Überschreitungen resultiert, selbst von jenen, die das Evangelium predigen).

Religiöse Tradition
Die rituellen Aspekte des Jüdischen Gesetzes kann man wiederum in zwei Gruppen unterteilen: Jene, die biblisch sind und jene, die durch die Rabbiner hinzugefügt wurden. Die Symbole der Bibel wurden von Gott bewusst angeordnet, um eine geistliche Botschaft über Sein Königreich und Seine Pläne zu vermitteln. Jene, die von den Rabbinern hinzugefügt wurden, sind kulturell und haben keine direkte Autorität.

Wenn man die Traditionen auf dieselbe Ebene stellt wie göttliches Gesetz, so ist das extrem gefährlich. Jeschua bezeichnete dies als "Menschengebote" (zitiert aus Jesaja 29,13) und fragte: "Warum bertretet denn ihr Gottes Gebot um eurer Satzungen willen?" - Matthus 15,3 und 8-9. Die religiösen Traditionen mit dem Gesetz Gottes gleichzustellen ist ein Übel, das sich in jeder Religion findet, sei sie Jüdisch, Christlich, oder Heidnisch.

Religiöse Tradition ist niemals bindend. Trotzdem sollten wir uns, wenn wir das Evangelium der Rettung Gottes verkünden, in Liebe die Kultur des Volkes oder der ethnischen Gruppe, in welcher wir uns befinden, zu Eigen machen. Dies ist umso wichtiger, wenn es um das Jüdische Volk geht, welches eine religiöse Kultur basierend auf dem Alten Testament (Tenach) entwickelt hat. "Den Juden bin ich wie ein Jude geworden, damit ich die Juden gewinne (für die Rettung). Denen, die unter dem Gesetz sind, bin ich wie einer unter dem Gesetz geworden.“ – 1 Kor 9,20.

Zusammenfassend könnte man sagen:

  • Die Botschaft der Rettung durch Jeschua ist unsere oberste Priorität.
  • Gute Werke von Menschenhand können uns nicht retten.
  • Gottes absolutes moralisches Gesetz ist für alle menschlichen Wesen bindend.
  • Moralisches Gesetz steht höher als rituelles Gesetz.
  • Biblische Symbole oder Rituale zeigen uns geistliche Wahrheiten des Königreiches Gottes auf.
  • Religiöse Traditionen sind niemals bindend oder massgebend.
  • Religiöse Gesetze auf die Stufe von moralischen Geboten zu stellen, ist ein gefährlicher Fehler.
  • Sich die Kultur eines anderen Volkes zu Eigen machen, kann eine wichtige Brücke bilden, wenn man ihnen die Wahrheit über das ewige Leben verkünden möchte.

Goldene Äpfel
Denke an dieses biblische Sprichwort: "Ein Wort, geredet zu rechter Zeit, ist wie goldene pfel auf silbernen Schalen." - Sprche 25,11. Was wir zu sagen haben wird verglichen mit einem goldenen Apfel. Wie wir es sagen wird verglichen mit einer silbernen Schale. Wir haben in der Messianischen Bewegung unser Augenmerk so oft auf die Jüdische Form dessen gelegt, was wir zu sagen hatten, dass wir die zentrale Aussage selbst darüber vergessen haben. Unsere Jüdische Kultur und Identität ist nicht die Botschaft. Manchmal haben wir die silberne Schale ohne den goldenen Apfel angeboten.

Auf der anderen Seite ist die Schale auch wichtig. Wenn ein Engländer einem Deutschen ein Geschenk geben möchte, so könnte er auf die Schachtel schreiben „gift“ (Englisch für „Geschenk“). Der Deutsche aber würde sicher nur “Gift” verstehen. Viele Christen haben versucht unserem Volk das “Geschenk” des ewigen Lebens zu bringen, doch unser Volk hat nur das Gift gesehen.

Wir möchten die richtige Botschaft auf die richtige Ausdrucksweise bringen, den richtigen Inhalt im richtigen Zusammenhang. Das Evangelium von Jeschua in seinem historisch Jüdischen Zusammenhang.


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