logo
Revive Israel Ministerien

Der Heilige Geist, das Evangelium und der Nutzen der Jüdischen Tradition
©25. Juni , 2008 Von Asher Intrater

In Israel wird unter Gemeindeleitern ständig diskutiert über die Rolle der Jüdischen Tradition und der rabbinischen Lehren im Leben von messianischen Juden. Meiner Meinung nach müssen wir 1.) fest stehen im Werk des Heiligen Geistes, 2.) mutig sein in unserer Darstellung des Evangeliums und 3.) ausgewogen in unserer Anwendung der Jüdischen Traditionen.

Ich möchte euch ein schönes Zeugnis erzählen, das euch ermutigen und euch als Beispiel unserer Haltung dienen soll. Diese Woche kamen drei neue Männer, alles gebürtige Israeli aus orthodoxem Hintergrund, in unsere Gemeinde. Einer hatte den Herrn bereits in sein Leben aufgenommen (nach einem ersten Kontakt mit Succat Hallel, er war aber noch nie in der Gemeinde). Einer wurde von S. und M. mitgebracht. Der dritte kam nach mehreren persönlichen Gesprächen mit mir.

Es wäre eine Untertreibung zu sagen, dass sie etwas zögerlich waren, hineinzukommen. Aber, als sie schliesslich hineinkamen, merkten sie, dass die Menschen sie in Liebe und Akzeptanz behandelten. Als wir anfingen Gott zu preisen, dauerte es nur wenige Minuten, bevor sie vom Heiligen Geist berührt wurden. Wir beteten während des Gottesdienstes für Heilung und lasen die Toraportion. Ich lehrte aus Johannes 10 darüber, wie Jeschua (Jesus) sagte, Er sei eins mit Gott und aus Kapitel 17, wie Jeschua betete, dass auch wir eins mit Ihm seien und dem Vater.

Zu unserer Freude kamen beide noch nicht geretteten orthodoxen Männer danach nach vorne und beteten öffentlich um Jeschua als Herrn und Retter in ihr Leben aufzunehmen. Sie proklamierten Glauben an Seinen Tod und Seine Auferstehung. Es ist wohl nicht nötig zu erwähnen, dass wir mit ihnen feierten und uns freuten.

Was erlaubte es diesen Männern, den Herrn zu empfangen? Es war nicht die Tradition, sondern die Kraft des Heiligen Geistes. (Interessanterweise fiel einer der Männer um, als wir für ihn beteten, obwohl niemand sonst in der Gemeinde an diesem Tag umgefallen war und er noch nie zuvor in seinem Leben die Kraft des Heiligen Geistes so erlebt hätte. Er konnte einfach nicht stehen bleiben, weil die Gegenwart des Heiligen Geistes so stark auf ihm war.)

Auf der anderen Seite erlaubten es die traditionellen Inhalte unseres Gottesdienstes diesen Männern, sich zu Hause zu fühlen und ihre Herzen zu öffnen. Wir sprechen nur Hebräisch in unserer Gemeinde und viele unserer Mitglieder wissen sehr gut Bescheid über rabbinische Lehre. Tal, eine Kibbuzim (eine Frau, die aus einem Kibbuz stammt) aus einer religiösen Familie, konnte sehr viel dazu beitragen, diesen Männern unseren Glauben an den Messias begreiflich zu machen.

Die Jüdische Tradition ist nicht unsere Botschaft. Jeschua ist unsere Botschaft. Aber die Elemente der Jüdischen Tradition können den richtigen Rahmen bieten, um das Evangelium der Rettung zu präsentieren. Lasst uns sorgfältig unterscheiden zwischen der eigentlichen Botschaft und dem Rahmen. Wenn ich wirklich will, dass jemand gerettet wird, dann werde ich immer versuchen mich anzupassen und dieser Person die Botschaft in einer Art und Weise zu bringen, die seiner Kultur und Weltanschauung entspricht. Wenn dann aber der kulturelle Rahmen die Botschaft selbst verblassen lässt, dann habe ich den eigentlichen Sinn verfehlt.

Wie können wir das richtige Gleichgewicht finden? – indem wir das Schwergewicht auf Liebe, das Evangelium und den Heiligen Geist legen. Wenn wir jemanden wirklich lieben, dann möchten wir diese Person verstehen und mit ihr kommunizieren. Wenn wir das Evangelium jemandem bringen wollen, so müssen wir alle Hindernisse aus dem Weg räumen. Wenn wir vom Heiligen Geist geleitet werden, so können wir in jedem Moment entscheiden, was richtig und was falsch ist. Wir haben die Freiheit in kulturellem Ausdruck flexibel zu handeln. Wir haben die nötige Erkenntnis, ausgewogen zu handeln.

1 Kor 9,20-21 – Den Juden bin ich geworden wie ein Jude, auf dass ich die Juden gewinne. Denen, die unter dem Gesetz sind, bin ich geworden wie unter dem Gesetz, auf dass ich die, so unter dem Gesetz sind, gewinne. Denen, die ohne Gesetz sind, bin ich wie ohne Gesetz geworden (so ich doch nicht ohne Gesetz bin vor Gott, sondern bin im Gesetz Christi), auf dass ich die, so ohne Gesetz sind, gewinne.

Jeschua warnte uns vor dem “Sauerteig der Pharisäer”. Es gibt ganz klar gefährliche Elemente von Stolz, Gesetzlichkeit, Ablehnung von Jeschua, Ablehnung von messianischen Juden und Rassismus gegen Heiden in gewissen rabbinischen Lehren (Mat 23). Auf der anderen Seite warnte uns Jeschua auch vor dem „Sauerteig des Herodes“ (Markus 8,15), der verstanden werden könnte als die säkulare Gesellschaft. Genauso wie es Scheinheiligkeit gibt unter Jüdischen religiösen Leitern, so gibt es sie auch unter christlichen. Genauso wie es Gefahr gibt in der religiösen Jüdischen Gesellschaft, so gibt es sie in der säkularen Jüdischen Gesellschaft.

Könnt ihr den Schrei der Jünger hören, als sie fragten: “HERR, wirst du auf diese Zeit wieder aufrichten das Reich Israel?“ – Apg 1,6? Fühlt ihr, wie sehr sie ihr Volk liebten? – Wie sehr sie sich wünschten, dass die Verheissungen Gottes für ihre Nation erfüllt würden? Wir wollen, dass alles, was unserem Volk versprochen wurde im Gesetz und in den Propheten, erfüllt wird. Und wie geschieht dies? “sondern ihr werdet die Kraft des Heiligen Geistes empfangen, welcher auf euch kommen wird, und werdet meine Zeugen sein zu Jerusalem und in ganz Judäa und Samarien und bis an das Ende der Erde." – Apg 1,8.

Jeschuas Antwort für die Jünger, dass sie mit der Kraft des Heiligen Geistes erfüllt werden und das Evangelium der ganzen Welt verkünden sollten, war die Antwort auf ihren Schrei nach der Wiederherstellung unserer Nation. Politik, Religion, Militär und Wirtschaft alleine können keine biblische Wiederherstellung für unser Volk bringen. Zuerst müssen wir einen Schwerpunkt auf die Kraft des Heiligen Geistes legen, dann auf die Verkündung der Botschaft Jeschuas. Wenn wir das tun, wird Gott Sein ganzes Königreich in Israel wiederherstellen und auch in allen anderen Nationen.

Unser Anliegen für unsere Nation ist dasselbe wie das von Jeschuas ersten Jüngern („Richte dein Reich wieder auf in Israel“). Seine Antwort an uns ist dieselbe wie die an sie. („Seid erfüllt mit der Kraft des Heiligen Geistes und verkündet das Evangelium überall“).

Bitte schliesst euch uns in Gebet und Glauben an. Wir brauchen euch und schätzen euch sehr.


Zurück zu den Artikeln des Jahres 2008

Bitte BETET für unseren Dienst in Israel. Für unsere Evangelisation unter Israelis, die Gründung messianischer Gemeinden, unsere Jüngerschaftsschule, die prophetische Anbetung und Gebetswachen auf Hebräisch und die finanzielle Unterstützung der Bedürftigen.