logo
Revive Israel Ministerien

"Denn es gefällt…"
Wie man in einem Team von Leitern Entscheidungen fällen kann

©Asher Intrater December, 2007

Die ersten Jünger Jeschuas (Jesu) hatten wichtige Entscheidungen zu treffen in Bezug auf das Verhältnis zwischen Juden und Heiden im Leib des Messias. Die Lösung, zu der sie kamen, war ein grosser Gewinn für das Königreich Gottes.

Die Art, in der sie den Konflikt lösten, bietet uns ein Modell für das Fällen von Entscheidungen in Leiterschaftsteams. Der Prozess zur Entscheidungsfindung bestand aus drei Elementen:

  1. Diskussion in der Gruppe – Apg 15,7 – "Da man sich aber lange gestritten hatte..." Die Diskussion war lange und manchmal auch hitzig. Jeder der Leiter bekam die Möglichkeit, seine Meinung kund zu tun. Dies ist ein zeitraubender und unangenehmer Prozess. Wenn wir jedoch Gottes Willen verstehen wollen, so müssen wir bereit sein, die Meinungen anderer Menschen anzuhören. Wir dürfen uns nicht vor hitzigen Diskussionen fürchten.
  2. Entscheidung des Hauptleiters – Apg 15,19 – Der Apostel Jakobus (Iaakov), als Hauptleiter der Gruppe, verkündete: "Darum urteile ich, dass..." Seine Aussage zeigt uns die Rolle des Obersten Richters vor Jüdisch-religiösen Gerichten, der als "posek" bezeichnet wird und die endgültige Entscheidung trifft. Trotz der ganzen offenen Diskussion, akzeptierte jeder, dass am Ende einer die Hauptleitung innehatte und die Entscheidung treffen musste.
  3. Führung des Heiligen Geistes – Apg 15,28 – "Denn es gefällt dem Heiligen Geist und uns..." Die persönliche Gegenwart des Heiligen Geistes in ihrer Mitte wurde als vollwertiger Teilnehmer an der Diskussion betrachtet, mit eigener Meinung und eigenem Willen. Die Jünger hörten aktiv auf den Heiligen Geist durch Gebet und Fasten (Apg 13,2) und unterordneten sich Seiner Führung.

Jedes dieser drei Elemente ist nötig und wichtig.

Wenn es keine Diskussion in der Gruppe gibt, sondern nur der Hauptleiter (so charismatisch oder autoritär er auch sein mag) auf Grund dessen entscheidet, was er von Gott hört, so wird die Gruppe zu einem Kult oder einer Leiterabhängigen Gruppierung. Es gibt keine Rechenschaft. Potenzielle neue Leiter, verlassen die Gruppe frustriert. Wertvolle andere Ansichten werden ignoriert und deshalb verpasst. Selbst wenn der Leiter sich sicher ist, welche Richtung die Gruppe nehmen sollte, falls er seine Mitleiter nicht mit einschliesst in den Entscheidungsprozess, so werden sie sich nicht ernst genommen fühlen und die Einheit im Team wird zerbrechen.

Wenn es keinen Leiter gibt, dessen Autorität anerkannt wird von der Gruppe, so wird sie gelähmt durch übertriebene Zerlegung jedes Arguments. Es kann keine klare Richtung festgelegt werden. Spaltung, Rebellion, Unzufriedenheit und Verwirrung sind die Folgen. Die Gruppe wird nicht wachsen, weil eine klar respektierte Autoritätsperson fehlt. Ebenfalls wird es unmöglich sein, Aufgaben zu delegieren. Manche Menschen denken, es sei "geistlicher" oder "liebevoller", wenn keine klare Leiterschaft besteht, doch diese Haltung widerspricht dem Standpunkt der Bibel.

Wenn die Unterordnung unter die Führung des Heiligen Geistes fehlt, so fällt die Gruppe in Humanismus und religiöse Politik. Hier ist auch zu bemerken, dass keine "Abstimmung" gemacht wurde. Es geht hier nicht um ein Komitee, sondern um eine Gruppe von Heiligen, die den Willen Gottes suchen. Unser Ziel ist es, zu "beten und sprechen; und beten und sprechen", bis wir zu einer Einheit der Herzen gelangen, in Unterordnung unter den Heiligen Geist. Alle menschlichen Ansichten und Haltungen sind unvollständig. Wir müssen deshalb nicht "unseren Willen", sondern "Seinen Willen" suchen (Mat 26,39). Wir alle liegen "falsch". Wir brauchen die Hilfe einer "dritten" Partei. Es ist wirklich möglich die Stimme des Heiligen Geistes zu hören, wenn wir uns demütigen und beten.

Viel wird darüber diskutiert, ob die Leiterschaftsstruktur des Neuen Testaments "königlich" (klare Hierarchie mit einem einzigen Hauptleiter) oder "brüderlich" (Gruppe von Gleichgestellten mit keiner übergordneten Autorität) ist. Da die Autorität vom Himmel "nach unten" kommt und durch Jeschua delegiert wird, muss es eine klare übergeordnete Autorität geben. Da jedoch jeder Gläubige das Recht hat, den Heiligen Geist zu empfangen, müssen wir einander als Brüder und Schwestern im Herrn anhören. Die Antwort ist als ganz klar eine Mischung von beiden Systemen. (Siehe auch im Buch Covenant Relationships, Seite 212, "Headship with Plurality")

Wenn es um Autorität geht, befinden wir uns in einer von zwei Situationen, wir sind entweder derjenige "in", oder derjenige "unter" Autorität. Wir müssen alle wissen, wie wir uns in jeder der beiden Situationen zu verhalten haben – von oben nach unten und von unten nach oben. Wie es der Hauptmann ausdrückte: "Denn auch ich bin ein Mensch, der Obrigkeit untertan, und habe Kriegsknechte unter mir" (Lukas 7,8). Wir müssen alle wissen, wie wir uns unter jemandes Autorität unterordnen und wie wir diejenigen behandeln, die unter unserer Autorität sind.

Wenn wir uns unter Autorität befinden, sollten wir uns möglichst am "königlichen" Modell orientieren, indem wir dem Leiter das Vorrecht des Zweifels geben, seine Autorität stützen und uns unterordnen. Wenn wir diejenigen in Autorität sind, sollten wir uns möglichst am "brüderlichen" Modell orientieren, diejenigen, die unter unserer Autorität dienen, anhören, sie als Geschwister behandeln und ihre Meinung respektieren.

Die menschliche Natur tendiert dazu genau das Gegenteil zu tun. Wir streben nach dem brüderlichen Modell, wann immer wir diejenigen sind, die unter Autorität stehen. Wenn wir aber in Leiterschaft sind, so erwarten wir von denen um uns herum, dass sie uns respektieren und sich uns unterordnen. Beinahe jeder macht diese beiden Fehler. Wenn wir gegen unsere fleischliche Neigung ankämpfen, so kommen wir vielleicht etwas näher an das göttliche Gleichgewicht.

Jeschuas "goldene Regel" ist ganz einfach: Sei ein Diener. "Und wenn jemand unter euch der Erste sein will, wird er euer Sklave sein" (Mat 20,27; 23,11). Wir brauchen die Haltung eines Dieners in beiden Rollen, sowohl wenn wir uns unterordnen müssen, als auch wenn wir uns in Leiterschaft befinden.


Zurück zu den Artikeln des Jahres 2007

Bitte BETET für unseren Dienst in Israel. Für unsere Evangelisation unter Israelis, die Gründung messianischer Gemeinden, unsere Jüngerschaftsschule, die prophetische Anbetung und Gebetswachen auf Hebräisch und die finanzielle Unterstützung der Bedürftigen.