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Das Paradox der Autorität
©September 13, 2007 Asher Intrater

I. Alle Gewalt
Yeshua (Jesus) machte eine erstaunliche Aussage betreffend Autorität:
Matthäus 28, 18
Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden.

Diese Aussage gleicht jener von Saulus (Paulus) in Römer 13, 1 und jener von Simon (Petrus) im 1. Petrus 2, 13, dass alle Macht von Gott kommt. Yeshuas Behauptung, dass alle Gewalt Ihm gehört fordert sicherlich unsere eigene Haltung gegenüber Autoritäten und Machtinhabern heraus.

Wenn alle Gewalt Ihm gehört, dann gibt es KEINE Gewalt, die NICHT Ihm gehört. Immer, wenn wir mit einer Autorität umgehen, so haben wir es letztendlich mit Yeshua selbst zu tun. Er ist der Messias und König und Sein Königreich ist Seine Herrschaft.

II. Das Paradox
Das Paradox ist, dass die meisten Menschen, die in der Welt Machtpositionen innehaben, diese missbrauchen (Psalm 2). Als Gläubige sind wir zwischen der Gewalt, die von Gott gegeben ist und dem Missbrauch eben dieser Gewalt durch Menschen. Im Gleichgewicht zu bleiben inmitten dieser zwei, scheinbar so gegensätzlichen Tatsachen, ist nicht immer einfach.

Sogar Yeshua wurde dadurch herausgefordert (Matthäus 21, 25; 22, 21; Johannes 19, 11), ebenso Petrus (Apg. 4, 19) und Paulus (Apg. 23, 5; 25, 10-11). Jeremia, der Prophet, erhielt geistliche Gewalt über alle Nationen der Erde (Jer. 1, 10). Er rief alle Nationen der Erde dazu auf, sich der Herrschaft Babylons zu unterstellen (Kap. 27), aber zur gleichen Zeit sagte er voraus, dass Gott Babylon bestrafen würde für seine Sünde (Kap. 50).

Wir gehorchen einer Gewalt NICHT, wenn sie von uns verlangt zu sündigen oder kriminell zu handeln. Wir dürfen NICHT erlauben, dass uns jemand, der Macht innehat missbraucht (2. Kor. 11, 20). Aber, weil wir anerkennen, dass das System der Obrigkeit von Gott eingerichtet wurde, respektieren wir jene, die Macht innehaben. Das fünfte der Zehn Gebote fordert uns auf, unsere Eltern zu EHREN, damit wir gesegnet würden.

Als Noah sich selbst in betrunkenem Zustand lächerlich machte, reagierten seine Söhne auf verschiedene Arten. Ein Sohn respektierte Noahs Autorität und bedeckte seine Blösse. Er und die Generationen nach ihm wurden von Gott gesegnet. Einer der Söhne machte seinen Vater lächerlich und missachtete seine Autorität. Er und die Generationen nach ihm wurden von Gott verflucht. Wir können wählen, welchen Sohn Noahs wir lieber sein möchten.

III. Dimensionen von Autorität
Die Bibel sagt, dass nicht nur alle Gewalt Yeshua gehört, sondern dass sie auch von Ihm geschaffen wurde.
Kolosser 1, 16
Denn durch ihn ist alles geschaffen, was im Himmel und auf Erden ist, das Sichtbare und das Unsichtbare, es seien Throne oder Herrschaften oder Fürstentümer oder Obrigkeiten; es ist alles durch ihn und zu ihm geschaffen.

Wichtig ist hier, dass es zwei Gewaltensysteme gibt – eines unsichtbar und himmlisch, eines sichtbar und irdisch. Das unsichtbare, himmlische System besteht aus Engeln, das sichtbare, irdische aus Menschen. Yeshua beansprucht die Herrschaft über beide.

Dieser Anspruch wird bestärkt durch die Tatsache, dass Yeshua, nachdem Er von den Toten auferstanden war, in den Himmel auffuhr und nun zur Rechten Gottes sitzt –
Epheser 1, 21
…über alle Fürstentümer, Gewalt, Macht, Herrschaft… nicht allein auf dieser Welt, sondern auch in der zukünftigen.

Die Gewalt wird hier in zwei allgemeine Zeitabschnitte aufgeteilt: In dieser Welt und in der zukünftigen. Yeshua ist also der Herrscher von aller Gewalt in zwei Systemen und zwei Zeitabschnitten, das gibt im Ganzen vier Dimensionen:

  1. Engel in der zukünftigen Welt,
  2. Menschen in der zukünftigen Welt,
  3. Engel in dieser Welt,
  4. Menschen in dieser Welt.

[Bemerkung: Yeshua gab uns auch die Gewalt über unreine Geister (Lukas 10, 19), dass wir sie austreiben (Markus 16, 17) und gegen sie kämpfen können (Epheser 6, 12). Ihr Bereich wird „unter der Erde“ genannt (Phil. 2, 10). Das gäbe sogar noch eine fünfte Dimension: Gefallene Engel.]

IV. Wir müssen geheilt werden
Das Zentrum unseres Lebens als Gläubige ist unsere Beziehung mit Gott durch Yeshua. Er ist alle Liebe. Trotzdem ist er auch “alle Gewalt”. Wenn ich Gott lieben möchte, so muss ich mich automatisch mit meiner Haltung gegenüber Autorität auseinander setzen.

In den Jahren 1967 bis 1973 – das ist die Zeit des Vietnamkrieges und die Zeit zwischen dem Sechstagekrieg und dem Yom Kippur-Krieg in Israel – gab es einen historischen Zusammenbruch aller Obrigkeit in der westlichen Welt.

Beinahe alle von uns haben ein Problem mit Obrigkeiten. Yeshua sagte, dass er nicht einmal EINEN finden konnte in ganz Israel, der die richtige Haltung gegenüber Obrigkeit hatte (Lukas 7, 9). Es braucht grosses Vertrauen in einen liebenden und allmächtigen Gott, um eine gesunde Haltung gegenüber Obrigkeiten zu haben.

Letztes Jahr betete ich vor einer Predigt am Laubhüttenfest und da spürte ich in meinem Herzen das Wort Gottes betreffend unserer schlechten Haltung gegenüber Obrigkeit: „ÜBERWINDE SIE!“ Jeder von uns wurde verletzt oder hat andere durch Autorität verletzt. Wir müssen geheilt werden. Einige missbrauchen; andere verzichten grad ganz. Einige bemächtigen sich widerrechtlich; andere rebellieren. Wir müssen das Gleichgewicht finden.

Wir sind dazu berufen ein positiver und herausfordernder Einfluss auf die Welt zu sein („Salz und Licht“). Wir können die Obrigkeit dieser Welt beeinflussen durch

  1. Gebet für jene in Machtpositionen,
  2. Evangelisation jener in Machtpositionen,
  3. das Setzen eines moralischen Standards von Gerechtigkeit,
  4. das Ausgerüstet Sein, mehr Verantwortung zu übernehmen,
  5. das Binden und Trennen satanischer Kräfte.

V. Wenn nur…
Nicht nur ist Yeshua in einer Stellung, die weit über jener aller menschlichen oder himmlischen Gewalt ist, sondern durch den Glauben sind wir eingeladen, diese Stellung im Geist mit Ihm zu teilen:
Epheser 2, 6
…samt ihm auferweckt und samt ihm in das himmlische Wesen gesetzt im Messias Yeshua.

Gleich neben meiner Wohnung befindet sich eine Promenade, von wo aus man die Skyline von Jerusalem sehen kann. Ich spaziere gerne entlang dieser Promenade zur Zeit des Sonnenuntergangs. Kürzlich an einem Abend betete ich über Menschen in der Regierung, Führern in der Geschäftswelt und in Diensten. Plötzlich fühlte ich im Geist, wie ich hochgehoben wurde, als ob ich in einem Helikopter abheben würde. Ich wurde mir unserer Stellung in Yeshua, über allen Mächten und Gewalten bewusst. Zur selben Zeit fühlte ich eine Traurigkeit im Herzen Gottes – dass so wenige bereit sind für jene in Obrigkeit zu beten (1. Timotheus 2, 1-2).

Wenn nur wir als Gläubige diese Prinzipien der geistlichen Autorität verstehen und uns zu Eigen machen könnten! Die meisten Übersetzungen verfehlen den Punkt in 2. Chronik 7, 14, wo es heisst: “mein Volk sich demütigt, das nach meinem Namen genannt ist, dass sie beten und mein Angesicht suchen…" Eigentlich heisst es dort: „Wenn mein Volk sich UNTERORDNET…” (Der hebräische Stamm für das Wort Unterordnung ist cana'a genau wie das Wort für das Land Kanaan.)

Es geht also nicht um Demut, sondern um ein Herz, das bereit ist, sich zu unterordnen. "Wenn Gottes Volk von seiner Haltung gegenüber Obrigkeit geheilt werden könnte, würde Gott…“



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