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Wie man Jünger auswählt
©Juli 15, 2007 Asher Intrater

Yeshua (Jesus) betete die ganze Nacht, um die richtigen Jünger auszuwählen (Lukas 6, 12). Nach welchen Eigenschaften suchte er? Wir sehen die Antwort in den folgenden drei Beispielen:

            Markus 1 – Yeshua ruft die Zebedäus Brüder, Seine Jünger zu werden und sie tun es.

            Markus 5 – Nach seiner Befreiung will der Gerasener Jesus nachfolgen, doch Yeshua sendet ihn nach Hause.

            Markus 10 – Der reiche junge Mann wird von Yeshua gerufen, Sein Jünger zu sein, doch der Mann weigert sich.

Was hat Yeshua in den Zebedäus Brüdern gesehen, was er im Gerasener nicht gesehen hat? Warum hat Yeshua den Gerasener nach Hause geschickt? Warum hat der reiche Jüngling Yeshuas Angebot nicht angenommen?

Im Versuch Yeshua nachzufolgen und lokals israelische Jünger zu trainieren, habe ich mir die Frage gestellt: "Waren Yeshuas Jünger Seine Schüler, Seine Mitarbeiter oder Seine Praktikanten?" Die Antwort ist, sie waren alle drei. Es braucht die Kombination der geistlichen Gaben mit den praktischen, das Charisma und den Charakter.

Die Qualitäten, die Yeshua in den Zebedäus Brüdern sah, waren die folgenden:

1. Arbeitshaltung – Er sah, dass sie arbeitswillig waren, bereit für harte Arbeit (Fleiss). Viele junge Menschen möchten "in den Dienst gehen", aber sie sind nicht wirklich bereit, die harte Arbeit zu tun, die das mit sich bringt.

2. Teamwork – Die Fischer arbeiteten zusammen als Brüder und Freunde (Zusammenarbeit). Wenn jemand sehr begabt ist und gesalbt, aber er kann nicht in einem Team arbeiten, ist er nicht bereit Mitarbeiter eines Dienstes zu werden.

3. Unter Autorität – Sie arbeiteten unter der Autorität von Herrn Zebedäus (Unterordnung). Während wir alle gleichberechtigte Geschwister vor dem Herrn sind, braucht es eine gewisse Organisationsstruktur, wenn wir miteinander arbeiten wollen. Wer sich weigert, sich einer Autorität zu unterstellen, schliesst sich selbst vom Team aus.

4. Autorität – Es gab andere Angestellte in ihrem Fischereigeschäft. Sie mussten wissen, wie sie ihnen Aufträge erteilen und ihre Arbeit überwachen konnten (Delegation). Dies fordert eine Kombination der drei ersten Charakteristika.

5. Konstruktive Haltung – Die Männer reparierten und reinigten die Netze (Dienerschaft). Viele Probleme tauchen in einem Dienst auf. Die Teammitglieder müssen Problemlöser sein, nicht sich nur über Probleme beklagen.

Wir sprechen hier nicht von einem Jünger im allgemeinen Sinn, "gerettet" zu sein, sondern von einem Jünger in einem Dienst. Dieselben Regeln könnten gelten für jemanden, der in einem Geschäft angestellt wird.

Eine grundlegende Eigenschaft der Zebedäus Brüder waren ihre Familien-beziehungen. Sie arbeiteten mit ihren Verwandten, sogar mit ihrem Vater. Ein Teil der Erfüllung unseres Schicksals im Herrn ist es, innerlich geheilt zu werden von Wunden aus früheren Beziehungen. Man muss nicht im Geschäft seines Vaters arbeiten, doch man muss ein gewisses Level an Vergebung und innerer Heilung von der Vergangenheit erhalten haben.

Der Gerasener war in vielen Bereichen "geistlicher" als die galiläischen Fischer. Er war eifrig. Er hatte ein wundersames Zeugnis. Er zog sofort aus und predigte in zehn Orten. Heute mögen viele denken, dass er einen erfolgreicheren Dienst hatte, als Johannes und Jakobus (wenigstens in den ersten Jahren). Aber Yeshua hielt Ausschau nach einer Charakterentwicklung über längere Zeit, nicht nur nach einem Zeugnis für einen Rundbrief.

Yeshua schickte ihn nach Hause, nicht um ihn auszuschliessen, sondern um ihn weiterzubringen. Hätte er sich diesem Prozess gestellt, so wäre er vielleicht einer der Leiter der Erweckung des ersten Jahrhunderts und der Glaubensgemeinschaft der Apostelgeschichte geworden.

Oft können Menschen mit einer grossen Berufung nicht so lange mit dem öffentlichen Dienst warten, bis Heilung geschehen und Charakter verändert worden ist. Sie preschen vorwärts und springen von einem Projekt zum nächsten, aber auf die Dauer gibt es weniger Frucht, als wenn sie durch die angemessens Vorbereitungsphase gegangen wären.

Wir als Leiter brauchen ein brennendes Verlangen danach, die junge Generation auszurüsten und in ihre Berufungen und ihren Dienst zu führen. Wir dürfen sie auf keinen Fall zurückhalten. Doch zur selben Zeit sollen wir Ausschau halten nach jenen die die Geduld und die Integrität besitzen, sich vom Gerasener-Stadium in das Zebedäus Stadium weiter entwickeln zu lassen.

Yeshua sah diese Charaktereigenschaften nicht im reichen Jüngling. Hier war das gegenteilige Problem. Weil er in der Welt erfolgreich war, war er nicht bereit die Opfer zu bringen, die nötig sind um Yeshua nachzufolgen. Viele Menschen geben sich heute nicht völlig dem Herrn hin, wegen solchen grundlegenden Dingen wie einem angenehmen Leben, materiellem Besitz, Ruf oder Freizeit.

Ohne Zweifel scheint der "Erfolg" des reichen Jünglings grösser zu sein, als der der galiläischen Fischer. Aber Gott misst nicht was wir haben (Lukas 12, 15), sondern  was wir geben (Lukas 21, 4). Manche glauben, dass dieser Mann später Busse tat, seinen Besitz verkaufte und den Aposteln zu Füssen legte (Apg. 4, 36).

Lasst uns nicht so "übergeistlich" sein, wie der Gerasener, der nicht bereit war die Stadien der Charakterentwicklung zu durchlaufen. Lasst uns nicht so "erfolgs-orientiert" sein, wie der reiche Jüngling, dass wir vergessen, dass eine Hingabe nötig ist um ein wahrer Jünger zu sein. Lasst uns wie Yeshuas Jünger sein, die berufen wurden von Fischern zu Menschenfischern.


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