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Brücke und Lastwagen
©Asher Intrater March 2007

Wenn man entlang einer Landstrasse fährt, so kann es passieren, dass man an eine Brücke kommt, vor der ein Schild angebracht ist mit einem Lastwagen darauf – das Schild gibt an, wie viele “Tonnen” von Gefährt und Ladung die Brücke tragen kann. Man muss auch auf die andere Seite schauen, um zu sehen, ob ein zweiter Lastwagen zur selben Zeit die Brücke überqueren möchte.

Dieses kleine Bild erinnert mich an Paulus Lehre, wie wir im Leib Christi kommunizieren sollen.

Epheser 4, 15

Lasst uns aber die Wahrheit bekennen in Liebe…

Dies ist eine Mischung aus Mitgefühl und Offenheit. Liebe ist eine vertraute Beziehung. Die Wahrheit ist der Inhalt dessen, was wir zu sagen haben. Eine vertraute Beziehung ist wie eine Brücke; der Inhalt ist wie die Ladung auf einem Lastwagen. Wir können den Lastwagen nur über eine Brücke fahren, die genug Kraft hat, ihn zu tragen. Wenn wir mit einem Bruder sprechen, so müssen wir beurteilen können, wie viel Inhalt die Beziehung aushalten kann; wie viel Offenheit das Vertrauen aushalten kann.

Ich erinnere mich an das erste Mal, da Don Finto einer Diskussion zwischen Dan Juster, Eitan Shishkoff und mir beiwohnte. Der Level an Offenheit war so gross, dass er dachte, es hätte sich ein Desaster abgespielt. Er wollte uns gerade alleine lassen, als er etwas anderes bemerkte. Das Ganze verursachte keinen Abbruch unserer Beziehung zueinander. Unser Vertrauen in einander war so hoch, dass wir nicht einmal bemerkten, dass unsere Auseinandersetzung so konfrontativ klang. Was er zuerst als Symptom für ein tieferes Problem gesehen hatte, war in Wahrheit der Beweis für eine tiefe Beziehung, in der totale Offenheit Alltag war. Die Tiefe der Auseinandersetzung zwischen uns war natürlich, intim und angemessen für die Art unserer Beziehung zueinander.

Wenn es noch keine Brücke des Vertrauens gibt, die stark genug ist das Gewicht des Inhalts, den man bereden sollte, zu tragen, so müssen wir geduldig sein. Dann müssen wir weniger reden und mehr hören. Wir müssen gewissen Inhalt noch zurückhalten, während wir das Vertrauen aufbauen. (Lade deinen Lastwagen zwischenzeitlich aus). Deine Beziehung mit einem Bruder im Herrn muss dir wichtiger sein, als der Inhalt dessen, was du zu sagen hast. Es ist interessant zu bemerken, dass Gott uns mit zwei Ohren und einem Mund schuf.

Sprüche 18, 17

Ein jeglicher ist zuerst in seiner Sache gerecht; kommt aber sein Nächster hinzu, so findet sich's.

Die Last in unserem Lastwagen kann objektiv oder subjektiv sein. Natürlich denkt jeder, dass der eigene Inhalt objektiv ist und der des anderen subjektiv. Im Moment der Vertrauensbildung spielt das aber keine Rolle. Wenn du mit deiner “objektiven” Last zu einer Brücke kommst und dein Freund kommt von der anderen Seite mit seiner “subjektiven” Last, so musst du anhalten und ihm den Vortritt lassen. Schliesslich kannst du nicht erwarten, dass er einen Teil deiner Last auf seinen Lastwagen lädt, wenn er bereits voll beladen ist!

Wir könnten Yeshuas scheinbar harte Konfrontationen mit den Jüngern falsch verstehen, wenn wir nicht die Tiefe ihrer vertrauten Beziehung mitbetrachten (Johannes 15, 15), so wie Seine Bereitschaft, Sein Leben für sie hinzugeben (Johannes 15, 13).

Das ist der zweite Aspekt der Liebe: Die Bereitschaft zur Aufopferung für das Wohl der anderen. Manchmal vertraut uns die Person, mit der wir sprechen nicht. Trotzdem können wir sie bis zu dem Grad konfrontieren, zu dem wir bereit sind uns für sie hinzugeben. (Manchmal fantasieren wir “Super-Christen”, dass wir bereit sind, uns hinzugeben für jemanden, aber wenn die wahren Schwierigkeiten auftauchen, sind wir nicht bereit den Preis zu zahlen. Das nennt sich charismatisch-heilige Scheinheiligkeit.)

Sprüche 17, 17

Ein Freund [ist] … als Bruder für die Not geboren.

Wenn wir bereit sind, den Preis zu zahlen, wenn wir bereit sind mit einem Bruder durch Schmerz zu gehen während seiner Schwierigkeiten, dann bildet unsere Opferbereitschaft eine Brücke – wenn auch vorerst eine einseitige – zu ihm, der kein Vertrauen zu uns hatte.

Dies kann auch der Fall sein mit prophetischen Worten oder Evangelisation. Paulus äusserte ein paar ziemlich harte Anschuldigungen gegen die religiösen Juden, aber zur gleichen Zeit wünschte er sich, verdammt zu werden, um seine Landsleute zu retten (Römer 9, 1). Yeshua nannte die religiösen Führer Jerusalems eine “Schlangenbrut”, doch weinte er auch über ihnen in Liebe (Lukas 19).

Die Kunst vertraute Beziehungen zu bauen und die Kunst das Ausmass an Offenheit, das eine Beziehung tragen kann, abzuschätzen bauen „Brücken“ der Einheit und Kooperation im Leib Christi. Unsere Bereitschaft uns selbst in Liebe hinzugeben für diejenigen, an deren Leben wir teilhaben, bildet eine geistliche “Brücke” dafür, dass unsere Botschaft gehört wird.


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