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Revive Israel Ministerien

Die Dringlichkeit Seelen zu retten
Oktober 2006 Asher Intrater

Dies ist ein Traum, den ich um 2Uhr früh, in der Nacht auf den 11. Oktober hatte, der Nacht unmittelbar vor meiner Predigt an der Sukkot (Laubhütten) Konferenz mit Barry Segal und Frances Frangipane in Jerusalem:

Wir befanden uns an einer grossen Familienkonferenz in einem Freizeitzentrum in ländlichem Stil, das mich an den “Cabin John Regional”-Park in Seven Locks (Anmerkung der Übersetzerin: einen Park mit vielen Freizeitangeboten) erinnerte. Es war Morgen und ich fühlte mich ein wenig müde und gestresst, weil ich wieder predigen musste. Es schien mir, als wäre ich in der Mitte einer endlosen Reihe von Predigtverpflichtungen.

Chaim Varshovsky war dort und er sollte an diesem Morgen den Lobpreis leiten. Plötzlich war ich erleichtert, als ich merkte, dass alle anderen zum Frühstück gingen, und dass dies mir ein wenig Zeit für mich geben würde, um die Predigt vorzubereiten, wenn ich das Frühstück ausfallen liesse. Ich schlug Chaim vor, mit mir zu kommen, so hätte auch er Zeit sich für den Lobpreis vorzubereiten.

Chaim und ich gingen zu Fuss ein Pfad hinunter entlang einem kleinen Fluss. Wir bewegten uns weg vom Gebäude, wo die Familien und Kinder sich zum Frühstück versammelten, und gingen hinunter in Richtung einer Art Baseballplatz mit einer unüberdachten Tribüne und einer Bühne, wo die Versammlung später abgehalten werden würde.   

Wir näherten uns dem Platz, als wir eine Männerstimme über das Aussen-Lautsprechersystem schreien hörten. Er rief beinahe hysterisch, dass Chaim zurückkommen sollte zum Hauptgebäude, wo die anderen versammelt waren. Er rief: „Doktor Chaim Vershovsky, bitte kommen Sie unverzüglich zum Hauptgebäude zurück!“ Ich merkte an der Stimme des Mannes und daran, dass er Chaim “Doktor” rief, dass etwas ganz schrecklich Schlimmes passiert war.

Ich rief Chaim zu, mir zu folgen, und begann den Pfad hinauf zurück zu rennen. Als ich ein wenig höher hinauf kam, sah ich eine grosse Menge Wasser vom Hauptgebäude wegströmen. Ich brauchte einen Moment um die Lage zu erfassen, aber dann begriff ich, dass es bei diesem Gebäude einen Stausee haben muss, dessen Damm gebrochen war, und deswegen strömte jetzt Wasser hinunter.

Bemerkung: Rückblickend fällt mir auf, dass Chaims Name eine Bedeutung hatte. Chaim bedeutet „Leben“. Dieser Chaim (er ist ein Ingenieur), wird dazu aufgerufen zu helfen, nicht indem er ein Arzt wird, sondern indem er Leben rettet. Dies ist eine Botschaft für all jene, die hart in ihren Berufen arbeiten, aber die Gott auch dazu aufruft, den Teil ihrer Bestimmung, der beinhaltet, Seelen zu retten, wieder zu erneuern.

Dann begriff ich, was das eigentliche Problem war. Viele, viele Kinder waren von den Wassermassen mitgerissen worden und trieben stromabwärts. Ich sprang ins Wasser in der Nähe einer Brücke und versuchte, den Kindern zu helfen ans Ufer zu kommen. Die meisten Kinder trieben einfach so mit dem Strom mit, obwohl auch einige schon zu ertrinken begannen.

Ich versuchte, zuerst jene zu packen, die am Ertrinken waren, denn einige schienen halbwegs normal mit dem Strom mit zu schwimmen. Doch dann schaute ich flussabwärts unter die Brücke, wo das Wasser verschwand und begriff, dass auf der anderen Seite der Brücke ein grosser Abhang kam, der sich in einen Wasserfall verwandelt hatte, und dass die Kinder, Momente nachdem sie an mir vorüber geschwommen und unter der Brücke hindurch getrieben waren, über den Wasserfall in ihren Tod schiessen würden.

Ich fing an im Wasser ausser mir zu schreien, rief den Kindern zu, anzuhalten, umzukehren, an die Seiten zu schwimmen. Ich begann in Richtung Wasserfall zu schwimmen, um die Kinder zu erwischen, die über die Klippe gingen, doch ich begriff, dass ich sie nicht rechtzeitig erreichen konnte. So schrie ich ihnen zu, umzukehren. Manche hörten mich und versuchten an die Seite zu gelangen, aber für die meisten, die an mir vorüber und unter der Brücke hindurch getrieben waren, war es zu spät.

Jetzt bemerkte ich auch, dass viele der Kinder im Wasser Kipahs (Jarmulken) auf ihren Köpfen trugen. Ich dachte bei mir, dass sie wohl von modern-orthodox jüdischen Familien oder messianisch jüdischen Familien oder einer Mischung aus den zweien kommen müssen.

Ich drehte mich also um zu jenen, die noch nicht bis zur Brücke getrieben waren (manche von ihnen erinnerten mir an meine Neffen hier in Jerusalem) und ich versuchte, mehr von ihnen zu packen und zu anderen zu schreien, an die Seite zu schwimmen. Es waren viele Kinder. Sie schienen nicht zu verstehen, warum ich sie so panisch anschrie, umzukehren und warum ich sie an die Seite zerrte.

Bemerkung: Rückblickend scheint es so, als ob mehr Kindern durch mein Schreien geholfen wurde, als durch meine Versuche sie selbst herauszuziehen, dies rettete zahlenmässig weniger von ihnen, trotzdem war beides nötig.

Die Kinder wehrten sich nicht gegen meine Hilfe, doch sie verstanden nicht, warum es für sie so dringend war, anzuhalten. Es schien ihnen das Natürlichste zu sein, mit dem Strom mit zu schwimmen. (Ironischerweise bewegten sich einige gute Schwimmer sogar noch schneller stromabwärts und machten es so fast unmöglich, sie zu retten. Andere, die nicht schwimmen konnten, gingen unter, bevor wir sie erreichen konnten. Am besten retten konnten wir diejenigen, die mittelmässige “Halb-” Schwimmer waren. Sie ertranken noch nicht, doch sie bewegten sich auch nicht absichtlich noch schneller in Richtung des Wasserfalls.)

Bemerkung: Rückblickend, fällt mir auf, dass die Nichtschwimmer, die zuerst ertranken, die Weltlichen symbolisierten, die so mit den Sünden der Welt (Fernsehen, Lust, Albernheit) beschäftigt waren, dass sie die Fähigkeit zu schwimmen nicht entwickelt hatten. Diejenigen, die noch schneller zur Kante schwammen, waren die mit einer eher orthodox-jüdisch religiösen Erziehung. Sie hatten die Fähigkeit zu schwimmen, doch es half ihnen nichts auf die Länge, sondern reduzierte im Gegenteil eher noch ihre Chance auf Rettung. Diejenigen in der Mitte konnten wir am besten retten. Interessanterweise waren unter jenen in der Mitte auch meine Neffen, obwohl ihre Erziehung ziemlich religiös-orthodox ist, aber nicht extrem. Dies könnte eine Bedeutung für weltliche Israelis, religiöse Israelis und auch messianische Juden haben, die mit der jüdischen Identität zu kämpfen haben.

Ich war also sowohl mit meiner Stimme am Schreien, als auch mit meinen Händen am Ziehen. Es war extrem ermüdend und auch irgendwie gefährlich, obwohl die Situation so dringend war, dass wir keine Pause machen konnten, um auch nur einen Moment über Müdigkeit oder Gefahr nachzudenken. Ich schrie die Kinder an, umzukehren, oder ans Ufer zu schwimmen und ich schrie die Erwachsenen am Ufer an, etwas zu helfen.

Eigentlich waren alle mehr oder weniger bereit zu helfen, doch nur wenige verstanden die Dringlichkeit der Situation oder den Grund für meine Anspannung und die Intensität in meinem Sagen und Tun. Die Menschen kooperierten langsam, gemütlich und behutsam, doch das war nicht genug. Wir retteten viele, aber viele weitere hätten gerettet werden können, wenn wir schneller gewesen wären, tatkräftiger oder weiser gearbeitet hätten. Da alles so schnell passierte, hatten wir nicht wirklich die Möglichkeit effizienter zu planen, wie wir am besten die meisten Kinder retten könnten.

Schliesslich hatten wir alles getan, was wir konnten. David Shishkoff stand neben mir am Ufer mit den Kindern, die es aus dem Wasser geschafft hatten – sie waren nass, bestürzt und hatten kalt, aber nichtsdestotrotz waren sie in Sicherheit. Ich schrie David an, die Kinder schnell weg vom Wasser zu bringen. (Diese Bemerkung von mir war teilweise unnötig, weil diese Kinder ja bereits am Trockenen waren, aber ich versuchte Platz zu machen, um noch mehr von ihnen aus dem Wasser zu holen. David schien ein wenig perplex, weil ich ihn anschrie, die Kinder schnell wegzubringen – teilweise, weil er die Dringlichkeit dessen, was weiter unten geschah, nicht verstand, teilweise, weil ich inmitten der Flut nicht klar kommunizierte, wie das Ganze tatsächlich aussah.)

Bemerkung: Rückblickend bemerke ich, dass David hier in einer “Pastorenrolle” war und dass der Name David, einen Hirten bezeichnete und einen Mann von persönlicher Hingabe. Dieses Unverständnis zwischen uns war die unangenehme aber unvermeidbare Spannung zwischen der Person mit der Hirtenrolle und der Person mit der evangelistisch-prophetisch-apostolischen Rolle. Um den Druck zu lösen (oder gerade trotz des Druckes) tat David, was er tun musste. Sein Name steht als Symbol für andere “Hirten mit dem Herzen Davids”, die Gott dazu aufruft, in diesen Tagen sein Volk zu weiden. Diese Rolle beinhaltet auch Jüngerschaft, indem man die Kinder wegbringt vom Wasser zu sichereren und stabileren Untergründen.

Mir war kalt und ich war total erschöpft. Fast alle Kinder waren entweder ertrunken oder gerettet worden. Ich sah, dass einige wenige übrig waren, die unter der Brücke versuchten nicht über den Rand des Wasserfalls getrieben zu werden. Ich drehte mich um und sprang weiter hinaus ins Wasser um zum Abgrund zu schwimmen und sie zu holen. Ich verstand die Gefahr der Situation, aber ich konnte diese Kinder nicht einfach aufgeben. Jemand rief mir zu, nicht dort hinaus zu schwimmen, weil es gefährlich sei und ich schon kalt und körperlich ausgelaugt. (Ich glaube, es war die Stimme meiner Frau.)

Unter der Brücke angelangt, konnte ich noch ein paar Kinder zum Rand der Brücke ziehen, doch denjenigen, die noch weiter unten waren, konnte nicht mehr geholfen werden. Ich war traurig, als ich einigen von ihnen zusah, wie sie über den Rand des Wasserfalls stürzten. Trotzdem begriff ich, dass wir alles in unserer Macht stehende getan hatten, nicht noch mehr Kinder retten konnten, und dass es nutzlos wäre, wenn ich noch näher an den Wasserfall heranschwimmen würde, weil ich bereits jetzt gefährlich nahe am Ertrinken war.

Ich kam fast nicht mehr zum Rand der Brücke und schaffte es nicht mehr alleine aus dem Wasser. Menschen auf der Brücke halfen mir raus. Christina Ward sass auch dort auf dem Geländer, wo ich hinauskletterte. (Sie war nass und hatte kalt, doch war sie mutig dorthin gekommen, wo es am gefährlichsten war. Sie hatte vielen geholfen, doch hatte sie auch an Effizienz verloren, wo ich sie jetzt so da sitzen und Lippenstift auftragen oder ihr Make-up in Ordnung bringen sah. Ich musste halb über sie hinweg klettern, als ich aus dem Wasser stieg und sie half mir so halbherzig.)

Bemerkung: Rückblickend merke ich, dass dies ebenfalls eine symbolische Bedeutung in Beziehung zu ihrem Namen Christ-ian-ah’s  hatte. Es geht um viele junge Jüngerinnen in unserer Mitte, die bereit sind, mutig mit uns zu dienen an Orten, wo sonst niemand sein Leben aufs Spiel setzen möchte, doch sie alle verlieren Effektivität, weil sie sich in irgendwelchen Mädchen-Angelegenheiten verstricken. Manche von ihnen retten mein Leben und bringen unseren Dienst vorwärts, aber oft müssen wir extra Energie aufwenden, um “zu ihnen durchzudringen” oder ihnen durch ihre junge-Frauen-Unsicherheit zu helfen.

Ich könnte nicht mehr sagen, ob ich es alleine auf die Brücke schaffte, oder ob andere mich aus dem Wasser zogen. Zu dieser Zeit war ich schon halb bewusstlos und als ich auf der Brücke lag und einschlief, wachte ich auf von meinem Traum. Ich fühlte mich erschöpft von all den Gefühlen und der körperlichen Anstrengung im Traum.

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