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Das Bild und sein Rahmen
Oder: Den kulturellen Kontext des Evangeliums verstehen

© Mai 2006 Asher Intrater

Das Königreich Gottes kommt zu jeder Völkergruppe und wird in seine eigene Kultur integriert (Apg. 10-11). Die Apostel entschieden (Apg. 15) jedem Volk zu erlauben, den Glauben so zu leben, wie es ihnen entsprach. In unseren Gemeinden glauben wir an die Kraft des Heiligen Geistes in einem jüdischen kulturellen Kontext.

Das Königreich Gottes ist wie ein Bild, das in einen Rahmen hinein gemalt wurde. Die Erfüllung mit dem Heiligen Geist ist das Bild; der kulturelle Kontext ist der Rahmen. Es ist wichtig, das Bild im richtigen Rahmen zu zeigen, aber es ist auch wichtig, das Bild nicht mit dem Rahmen zu verwechseln; den Inhalt also nicht durch den Kontext zu ersetzen.

Man könnte das auch mit einem Glas Wasser vergleichen. Das Glas ist der ganze Ausdruck der Kultur; das Wasser ist die Gegenwart des Heiligen Geistes. Es ist wichtig, dass man den Menschen ein Glas gibt, aus dem sie trinken wollen. Aber ein leeres Glas bleibt leer, egal wie sehr es kulturell attraktiv erscheinen mag.

Das Beste und das Schlechteste
Da die jüdische Kultur des ersten Jahrhunderts den geschichtlichen Kontext für das Evangelium darstellte, ist sie auch ein wichtiges Gerüst um die Wahrheiten des Evangeliums zu verstehen. Auf der anderen Seite wurde das Evangelium von den meisten religiösen Führern dieser Zeit abgelehnt. Wir müssen also darauf bedacht sein, dass ihre Traditionen nicht unser Verständnis der Wahrheit beeinträchtigen.

Römer 11, 28
Im Blick auf das Evangelium sind sie zwar Feinde um euretwillen; aber im Blick auf die Erwählung sind sie Geliebte um der Väter willen
.

Wie wir in diesem Vers sehen können, vereint die religiöse jüdische Tradition Gutes und Schlechtes, oder wie mein Freund Josef Shulam einmal sagte: “Sowohl das Beste als auch das Schlechteste”.

In der jüdischen Tradition gab es über die Jahre viele falsche Messiasse: von Bar Cochba und Shimon Bar Yochai im ersten und zweiten Jahrhundert bis zu Rabbi Schneerson und Nachman in der heutigen Zeit. Diese Neigung den richtigen Messias (Yeshua) abzulehnen und falsche Messiasse zu empfangen ist ziemlich gefährlich.

Auf der anderen Seite gibt es biblische Wahrheiten (so wie die göttliche Erwählung, das Königreich Davids, der Bund Abrahams, die Levitische Priesterschaft, das moralische Gesetz, usw.), die im Laufe der Jahrhunderte in der Christenheit verloren gingen. Diese Wahrheiten können nur wieder erobert werden, wenn wir die Bibel aus einer historischen israelitischen oder jüdischen Perspektive sehen.

Die Kraft des Heiligen Geistes
Der Heilige Geist wurde in die Menschen ausgegossen, so wie es in Joel 2 vorausgesagt wurde, am ersten Pfingsttag (Schawuot) im Jahr 33n.Chr.

Apg. 2, 1-4
Und als der Pfingsttag gekommen war, waren sie alle an einem Ort beieinander. Und es geschah plötzlich ein Brausen vom Himmel wie von einem gewaltigen Wind und erfüllte das ganze Haus, in dem sie sassen. Und es erschienen ihnen Zungen zerteilt, wie von Feuer; und er setzte sich auf einen jeden von ihnen, und sie wurden alle erfüllt von dem heiligen Geist und fingen an, zu predigen in anderen Sprachen, wie der Geist ihnen gab auszusprechen
.
 
Es ist kein Zufall, dass der Heilige Geist an diesem jüdischen Festtag ausgegossen wurde. Die Feste in Israel waren nicht nur kulturelle Anlässe, sondern göttlich verordnete Versammlungen, an welchen Gott mit den Menschen zusammentreffen wollte um sein Königreich voranzutreiben. Wir möchten diese Feste feiern; das muss aber auch den Wind, das Feuer und die Zungen, die dabei kamen, beinhalten.

Heilungswunder
Die erste Heilung im neuen Testament findet auch in einem offensichtlich kulturellen Kontext statt. Yeshua streckt in seinem Erbarmen seine Hand aus und berührt einen leprösen Mann, der sofort geheilt wird. Dann weist er den Mann an:

Matthäus 8, 4
Geh hin und zeige dich dem Priester und opfere die Gabe, die Mose befohlen hat, ihnen zum Zeugnis
.

Ein Teil des Zeugnisses war es, im Tempel zu opfern. Natürlich wäre es nicht wirklich ein Zeugnis gewesen, wäre der Mann nicht geheilt worden. Indem er aber, gemäss der Kultur der Thora, von der Wunderheilung zeugte, wurde das Zeugnis vollendet und gross gemacht. Wir möchten die übernatürliche Heilungskraft Yeshuas unserem Volk innerhalb unserer Kultur zurückbringen.

Thora und Evangelisation
Gegensätzlich zur verbreiteten Meinung gab es viele religiöse Juden, die das Evangelium im ersten Jahrhundert annahmen. Sie betrachteten sich dabei nicht als Menschen, die ihre Religion wechselten, aber als Menschen, die an den Messias glaubten innerhalb des historischen Glaubens unseres Volkes.

Apg 21, 20
Bruder, du siehst, wieviel tausend Juden gläubig geworden sind, und alle sind Eiferer für das Gesetz
.

Es gab also zehntausende Juden, die sowohl an den Messias glaubten, wie auch das Gesetz (die Thora) befolgten. Aus jüdischer Sichtweise ist es offensichtlich, dass der Glaube an den Messias und die moralischen Vorgaben der Thora sich gegenseitig ergänzen und bekräftigen (Römer 3, 31).

Das Evangelium muss in dem kulturellen Kontext überbracht werden, in dem die Menschen leben, die es empfangen – “Denen, die unter dem Gesetz sind, bin ich wie einer unter dem Gesetz geworden (…), damit ich die, die unter dem Gesetz sind, gewinne“ (1. Korinther 9, 20). Der Punkt ist, dass wir EFFEKTIVER werden und das Evangelium mit MEHR Menschen teilen. Einige messianische Juden von heute benützen “den Eifer für das Gesetz” al seine Entschuldigung, das Evangelium NICHT weiterzugeben und missverstehen so den zentralen Punkt.

Das zweite Kommen
Yeshua kommt bald zurück. Er sagte zu den religiösen Führern in Jerusalem, die dabei waren, ihn abzulehnen:

Matthäus 23, 38 - 39
Siehe, “euer Haus soll euch wüst gelassen werden” (Jeremia 22, 5; Psalm 69, 26) Denn ich sage euch: Ihr werdet mich von jetzt an nicht sehen, bis ihr sprecht: Gelobt sei, der da kommt im Namen des Herrn!

Die Rückkehr Yeshuas auf die Erde steht in engem Zusammenhang mit einer Erweckung des Glaubens in Jerusalem unter genau den Menschen, die ihn abgelehnt hatten. Heute, da die Heiligen im Gebet und in Anbetung ausrufen: „Baruch Haba B’shem Adonai.“, beginnt diese Prophetie sich in Jerusalem zu erfüllen.

Über die letzten Jahre hat die “Chabad” (eine jüdische Bewegung) riesige Summen ausgegeben um Werbung zu machen “Gelobt sei, der da kommt, der König Messias”, wobei sie sich auf den jüdischen Rabbi Schneerson bezogen. Auf der einen Seite ist es eine schreckliche Lüge, den Menschen zu erzählen, der Rabbi der Chabad sei der Messias. Auf der anderen Seite verstanden sie es richtig, dass die Aussage „Gelobt sei er“ (eine Zitation von Psalm 118) sich auf die Krönung des Messias als König auf der Erde bezieht – ein wichtiges Thema der Bibel, das von den meisten Christen nicht gesehen wird.

Während Matthäus 23 die jüdische religiöse Führung mit dem zweiten Kommen des Messias in Verbindung setzt, enthält der grösste Teil des Kapitels harte Kritik an ihrer Scheinheiligkeit. Möge Gott uns die Demut geben, das Göttliche zu erkennen, den Mut, das Dämonische zurückzuweisen, in unseren Kulturen und Traditionen.


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