logo
Revive Israel Ministerien

Olmerts Wahl
© Mai 2006 Asher Intrater

Gegenüber dem Fenster meines Büros in den Hügeln von Judäa in den Aussenbezirken von Jerusalem, sehe ich einige Traktoren und Bagger, die an einem neuen Abschnitt des Sicherheitszaunes arbeiten. Hinter diesem Zaun liegen mehrere muslimisch-arabische Dörfer, einige davon sind relativ kooperativ, andere sehr gewalttätig. Die Frage stellte sich daher, wo der Zaun durchlaufen sollte. Denn obwohl er eigentlich keine Grenze darstellen sollte, wurde er „de facto“ zu einer.

Wenn wir den Zaun auf unserer Seite der Dörfer platzieren, so werden die Dörfer und das Land auf dem sie sich befinden zu einem Teil von „Palästina“. Wenn wir den Zaun auf der weiter entfernt liegenden Seite der Dörfer durchlaufen lassen, so werden sie Teil von „Israel“. Da stellt sich die nächste Frage: “Was wollen wir?” oder auch “Was wollen die Palästinenser?“ Man kann ja bekanntlich nicht alles haben. Will Israel mehr Land und damit auch mehr Araber in Israel? Wollen die Palästinenser ein Teil Israels sein, oder nicht? Triff deine Wahl!

Ein Teil der Frage betrifft die Demographie. Wenn wir über biblische Prinzipien sprechen, die sich auf das Heilige Land beziehen, dürfen wir nicht die Menschen vergessen, die dort leben. Im Gazastreifen lebten ungefähr eine Million Araber und 8000 Juden. Sharon stand also vor der Wahl 1. einen Krieg auszulösen um eine Million Araber zu vertreiben und den Gazastreifen besiedeln, 2. Riesige Geldbeträge investieren und Militärkräfte einsetzen um die Siedler im Gazastreifen zu beschützen, oder 3. Die Juden aus dem Gazastreifen nach Israel holen und die Grenzen schliessen. Er wählte die dritte Variante. Die meisten ansässigen Israelis waren damit einverstanden.

Die kürzlich über die Bühne gegangene Wahl, die Ehud Olmert und seine Kadima Partei zur stärksten Kraft machte, war einerseits eine Bestätigung von Sharons Entscheidung, auf der anderen Seite ein Ruf des Volkes, sich endlich mit den grössten Problemen in Israel auseinander zu setzen: Kriminalität, Drogen, Arbeitslosigkeit, schlechte Schulen, Korruption in der Regierung, Prostitution, medizinische Versorgung, Gewalt in Familien, usw.

Das Volk wurde aller Illusionen beraubt, sowohl mit Lösungen von Links wie auch von Rechts. Sie glauben nicht daran, dass es einen Partner gibt für Friedensverhandlungen mit den Palästinensern; und sie glauben nicht, dass militärische Kraft alleine gewährleisten kann, dass isolierte Siedlungen in mehrheitlich arabisch bevölkerten Gebieten weiterhin geschützt werden und in sie investiert wird. Die Mehrheit der Israelis will eine Trennung; sie wollen von den Problemen mit den Arabern endlich befreit sein.

Im Jahr 2006 haben wir jetzt eine neue Regierung und stehen vor einer erneuten Entscheidung. Was machen wir mit der Westbank, beziehungsweise den Gebieten in Judäa und Samarien? Dort leben ungefähr 250'000 Juden – davon etwa 50'000 in kleineren Siedlungen und etwa 200'000 in grösseren. Im selben Gebiet leben etwa 1.8 Millionen Araber, die meisten von ihnen Muslime. [Innerhalb Israels leben noch einmal 1.4 Millionen Araber mit den 5.5 Millionen Juden (Die Zahl der Araber auf unserer Seite des Jordans, inklusive Gaza, Israel und die Westbank, beträgt 4.2 Millionen!)]

Die Möglichkeiten die Olmert hat sind die folgenden: 1. Die Araber der Westbank als israelische Staatsbürger aufnehmen – das würde die bisherige Mehrheit, die die Juden hatten, gefährden, 2. Alle Siedlungen so belassen und weiterhin die Palästinenser militärisch kontrollieren, 3. einen Krieg auslösen um die Araber hinauszuwerfen, 4. Die Mehrheit der jüdischen Bevölkerung in der Westbank zwangsversetzen nach Israel und einen Friedensvertrag mit der ganzen arabischen Welt aushandeln, der auf der Grenze von 1967 basiert, oder 5. die Siedler in den verstreuten kleineren Siedlungen in die grösseren umsiedeln und einen Sicherheitszaun um sie errichten.

Ich muss sagen, dass keine dieser Möglichkeiten sehr verlockend ist. Olmerts Regierung tendiert zu Nummer 5. Ob das heisst, dass 1’000, 10’000 oder 100’000 umgesiedelt werden müssen, das ist nicht klar. Ob das heisst, dass ein palästinensischer Staat anerkannt werden müsste, ist auch nicht klar. Ob die Palästinenser weiterhin einen Terrorkrieg gegen Israel führen würden oder nicht ist eine andere Frage. Ob dieses Manöver vom Westen, von der UNO oder von den arabischen Staaten akzeptiert würde, bleibt ebenfalls noch offen.

Es ist leicht zu Hause im Sessel zu sitzen und den Premierminister Israels zu kritisieren. Aber, was würden Sie an seiner Stelle tun? Welche Alternative hätten Sie anzubieten? – Nicht theoretisch, aber falls sie wirklich die Verantwortung für diese Entscheidung und ihre Folgen tragen würden; wenn Sie die finanziellen, moralischen und militärischen Faktoren abwägen müssten. Für diejenigen unter uns, die an die Verheissungen von Gottes Bund und an die Prophetien für Israel glauben, ist dies hier ein schwieriger Sachverhalt.

Viele Christen sagen heute: “Wenn Israel tut, was ich denke, dass es tun sollte, so werde ich es unterstützen. Wenn nicht, so werde ich es aufgeben.“ Einige kritisieren Israel aus der politisch linken Ecke, andere aus der rechten Ecke. Ein wenig Demut würde uns allen und unserem Urteilvermögen gut tun. Ich glaube, dass Christen Israel unterstützen sollten, besonders da es damit kämpft richtige Entscheidungen zu treffen. Von links werden manche Stimmen laut, Israel zu „verdrängen“; von rechts wollen andere seine Entscheidungsträger „ersetzen“.

Die Instrumente, das Gott dazu auserwählt hat, die Wiederbesetzung des Landes Israel und die Wiederherstellung der Nation herbeizuführen, sind die Regierung und die Armee von Israel. Wir müssen diese Instrumente respektieren und für diejenigen in der Regierung beten.

Die demographische Lage in Israel und in den Territorien ist praktisch unmöglich zu lösen. Die zwei Völker, Araber und Juden, sind aneinander gebunden in einem bizarren Kampf, der uns an den Kampf von Jakob und Esau im Bauch von Rebekka erinnert. Es ist interessant, dass der Stress der nahenden Begegnung mit Esau, Jakob nach vielen Jahre im „Exil“ bei Laban, wieder kämpfen liess, dieses Mal mit dem Engel von YHVH, einem Abbild des fleischgewordenen Messias.

Die gute Nachricht ist, dass die gute Nachricht sich mehr und mehr unter der Bevölkerung von Israel ausbreitet, mehr als je zuvor. Eine andere gute Nachricht ist, dass es ein schönes und wachsendes Zeugnis für Liebe und Versöhnung zwischen Juden und Arabern gibt, die das Evangelium angenommen haben.

Seid nicht entmutigt oder frustriert. Gebt den Glauben nicht auf. Betet mit Mut, Hoffnung und Geduld. Der letzte Teil der guten Nachricht ist nämlich, dass die „guten“ Jungs gewinnen werden. Es wird Erweckung geben, sowohl in Israel als auch unter den Arabern, der Messias wird zurückkommen und es wird Frieden auf Erden geben.


Zurck zu den Artikeln des Jahres 2006

Bitte BETET für unseren Dienst in Israel. Für unsere Evangelisation unter Israelis, die Gründung messianischer Gemeinden, unsere Jüngerschaftsschule, die prophetische Anbetung und Gebetswachen auf Hebräisch und die finanzielle Unterstützung der Bedürftigen.