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Der Anstoss am Erstgeborenen
©June 2006 Asher Intrater

Als Yeshua als Retter der Welt geboren wurde, war er Gottes einziger, eingeborener Sohn (Joh. 3, 16). Als er aber von den Toten auferweckt wurde, war er der Erstgeborene (Offb. 1, 5) von all denen, die mit ihm von den Toten auferweckt werden würden.

Kolosser 1, 18
Er ist…der Erstgeborene von den Toten, damit er in allem der Erste sei
.

Dies war Gottes Meisterplan: dass andere in die Position eines Sohnes gelangen würden, mit Yeshua als ihrem älteren Bruder. Darum ist die Idee des „Erstgeborenen“ grundlegend für viele von Gottes Absichten. Sie ist im Weiteren auch immer wieder Anlass für geistliche Diskussionen.

Ismael ärgerte sich über Isaak, weil der seine Position als Erstgeborener genommen hatte. Esau ärgerte sich über Jakob, weil er eben dies getan hatte. Dieser „Anstoss“, den der Zweitgeborene an der Stellung des Erstgeborenen nimmt, ist die Wurzel für die Wut die im Islam gefunden werden kann und für ihre Übersensibilität für „Ehre“.

Gott drohte den Ägyptern, er würde ihre Erstgeborenen töten, wenn sie seinen Erstgeborenen, Israel, nicht gehen liessen (2. Mose 4, 23). Dann verlangte er vom jüdischen Volk eine “Rückzahlung” dafür, dass er ihre Erstgeborenen verschont hatte (3. Mose 12 und 27; Lukas 2, 23).

2. Mose 13, 2
Heilige mir alle Erstgeburt
.

Wenn Gott die Menschheit für immer in der Stellung von Sklaven hätte halten wollen, so hätte er keinen Sohn gebraucht, der die Position des älteren Bruders einnimmt. Aber da er wollte, dass wir in die Position eines Sohnes kommen, musste er zuerst einen Erstgeborenen einsetzen um den Weg zu ebnen.

Römer 8, 29
(…) damit dieser der Erstgeborene sei unter vielen Brüdern
.

Yeshua hat nun eine doppelte Autoritätsposition inne. Erstens ist er ein Stellvertreter für die Autorität des Vaters. Zweitens hat er die Autorität des älteren Bruders. Die Autorität des älteren Bruders kommt nach der Autorität des Vaters.

Yeshua wird diese doppelte Stellung behalten bis zum Ende des tausendjährigen Königreichs. Zu dieser Zeit wird er das Königreich an den Vater zurückgeben, den „väterlichen“ Teil seiner Autorität aufgeben und seine einzigartige Stellung als älterer Bruder einnehmen – über uns, aber unter dem Vater.

1. Korinther 15, 28
Wenn aber alles ihm untertan sein wird, dann wird auch der Sohn selbst untertan sein dem, der ihm alles unterworfen hat, damit Gott sei alles in allem
.

Abraham war der erste “Gläubige”, im eigentlichen Sinn des Wortes. Gott erweiterte ihn zu einer Familie, dann zu einem Stamm, dann zu einer Nation. Da er ein Mann des Glaubens gewesen war, war die Nation, die von ihm abstammt, die erste Nation mit einem Kern von gläubigen Menschen. Darum wurden Abraham und sein Volk als das “erstgeborene” gewählt.

2. Mose 4, 22
Israel ist mein erstgeborener Sohn
.

Aber Gottes Vorstellung von “Erwählung” ist einschliessend, nicht ausschliesslich. Jeder, der sich entschliesst an Gott zu glauben durch Yeshua, den Messias, ist ebenfalls auserwählt und wird somit Teil der „Gemeinde“ der Erstgeborenen.

Hebräer 12, 22-23
Sondern ihr seid gekommen zu dem Berg Zion … und zu der Versammlung und Gemeinde der Erstgeborenen, die im Himmel aufgeschrieben sind … und zu den Geistern der vollendeten Gerechten
.

Diese „Einschliesslichkeit“ ändert jedoch nichts an der Stellung Israels. Gott sieht die Nationen dieser Welt als eine grosse, erweiterte Familie. Jede Nation ist ein Mitglied dieser Familie. Israel aber ist die Erstgeborene unter diesen Nationen.

Yeshua ist der Erstgeborene von den Toten und Israel ist die erste Nation mit einem Überrest von Gläubigen. Die Nationen der Welt nehmen Anstoss an Israel, weil es die erstgeborene Nation, Israel nimmt Anstoss an Yeshua, weil er der Erstgeborene ist. Der „grundlegende“ Anstoss für den Islam und das Christentum ist Israels Stellung als die erstgeborene Nation. Der „grundlegende“ Anstoss für die Juden ist Yeshuas Stellung als der Erstgeborene.

Jede Familie mit mehreren Kindern hat ein erstgeborenes Kind. Der erstgeborene Sohn hat eine doppelte Autoritätsstellung gegenüber den anderen. Warum ist das so? Wenn ich mir meine Kinder anschaue, so kommt mir in den Sinn, dass sie eines Tages selbst heiraten und Kinder haben werden. Wenn der Herr noch eine Weile zögert mit seiner Rückkehr, so werde ich von der Welt genommen werden. Was wird meiner Familie widerfahren? Ich möchte, dass sie in Einheit erhalten bleibt. Sie kann aber nicht in der gleichen Einheit bleiben, die wir einmal in unserer Kernfamilie hatten, da sie sich vermehrt hat.

Die erweiterte Familie besteht aus mehreren Kernfamilien. In jeder Kernfamilie ist der Vater die erste Autorität. In der erweiterten Familie hat der erstgeborene Sohn die Autorität, doch diese ist sekundär zur ersten Autorität in jeder Kernfamilie. Es gibt zwei Ebenen:
            1.) die Kernfamilie – erste Autorität – der Vater;
            2.) die erweiterte Familie – zweitrangige Autorität – der erstgeborene Sohn.

Eine der Aufgaben des erstgeborenen Sohns ist es, die Einheit in der erweiterten Familie zu bewahren. Er muss die Autorität des Vaters auf den Rest der Familie ausweiten, während diese wächst und sich vermehrt. Die genau gleichen Prinzipien gelten hier für die tatsächlichen Familien, für die Gemeinde und für Israel.

            1.) Jede erweiterte Familie hat ihren eigenen erstgeborenen Sohn
            2.) Yeshua ist der Erstgeborenen von den Toten aller Menschen
            3.) Israel ist der erstgeborene Sohn der Nationen.

Dasselbe gilt für einen Pastor: eine Ortsgemeinde ist wie eine Gruppierung von Familien. Der Pastor ist wie der älteste Bruder der erweiterten Familie. Er ersetzt Gottes Autorität nicht, doch seine Führung ist nötig um Einheit und Marschrichtung für die Gemeinde zu gewähren.

Ein erstgeborener Sohn kann seine Autorität verlieren. Esau verkaufte sie an Jakob. Ruben (der Erstgeborene Jakobs) verlor sie, als er eine sexuelle Sünde beging. Simeon und Levi (der zweite und dritte Sohn) verloren sie durch Gewalt und Mord. Die Möglichkeit wurde also an Juda (den vierten Sohn) weitergereicht. Als er sich freiwillig bereit erklärte, Benjamins Platz im Gefängnis einzunehmen, sicherte er sich seine Stellung als Führer der erweiterten Familie. Juda besass das Geburtsrecht vor Josef (dem elften Sohn), obwohl dieser rechtschaffener war.

Der Erstgeborene führt die erweiterte Familie. Es ist so, als ob alle Familienoberhäupter eine „Stimme“ hätten bei Entscheidungen des Stammes, doch der Erstgeborene hat eine doppelte Stimme.

5. Mose 21, 17
(…) und ihm zwei Teile geben von allem, was vorhanden ist; denn dieser ist der Erstling seiner Kraft, und sein ist das Recht der Erstgeburt
.

Der Erstgeborene muss zuerst kommen. Das heisst, er muss führen. Juda musste zuerst in den Krieg ziehen (Richter 1, 1-2). Wenn wir messianische Juden unsere Stellung als Erstgeborene in der internationalen Gemeinde wahrnehmen wollen. So müssen wir die Ersten sein, die den Balken aus ihren Augen entfernen, die Busse tun, die vergeben, die beten, die fasten, die den Armen geben und das Evangelium verkünden.

Wenn die Rolle des Erstgeborenen beinhaltet, Einheit in der erweiterten Familie zu schaffen, so muss der messianische Überrest in Israel in der Endzeit sich dazu hingeben, der Einheit in der internationalen Gemeinde zu dienen, auch der Versöhnung mit arabischen Christen.

Im Römerbrief, Kapitel 11, wird von einem Ölbaum gesprochen mit Zweigen, die eingepfropft wurden. Dies ist ein Symbol für Einheit. Wenn wir messianischen Juden stolz werden, weil wir der „natürliche“ Stamm des Ölbaums sind, missachten wir Gottes Ruf an uns, ein Werkzeug zur Einheit für den Rest der Äste und Zweige zu sein. Unser Stolz darüber der „ältere Bruder“ zu sein, macht den eigentlichen Zweck unserer Erwählung für diese Rolle ungültig.

Es gibt eine besondere „Psychologie“ des Erstgeborenen in jeder Familie. Erstgeborene haben in aller Regel einen übertriebenen Sinn für Verantwortung und Ernsthaftigkeit, eine Tendenz sich Sorgen zu machen, übervorsichtig zu sein und sich selbst unter Druck zu setzen etwas zu erreichen, ein Gefühl, dass andere etwas von ihnen erwarten. Sie können angespannt und stark sein [Als ein erstgeborener jüdischer Mann (und dazu noch messianisch) bin ich mir unglücklicherweise dieser psychologischen Dysfunktionen, die so oft einem Erstgeborenen zugeschrieben werden, sehr bewusst.]

Die Idee des Erstgeborenen ist eine der anstössigsten in der Welt. Sie kommt von Gottes Wunsch uns in seine erweiterte Familie als geliebte Kinder einzugliedern. Was er als etwas Gutes geplant hatte, haben wir oft in etwas Schlechtes verdreht. Während der “Wiederherstellung aller Dinge” aber (Apg. 3, 19), wird Gott auch die Stellung des Erstgeborenen wiederherstellen, damit er seine gute Rolle im vorherbestimmten Plan Gottes wahrnehmen kann.


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