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Der Dämon Ehre
© März 2006 Asher Intrater

Eines der schwierigsten Probleme, die wir als Gläubige, und besonders als solche in einem Dienst oder in der Leiterschaft, antreffen, ist EHRE. Viele Aspekte des Glaubens und des geistlichen Lebens werden in dem Moment verleugnet, in welchem die menschliche Ehre ins Spiel kommt.

Johannes 5, 44
“Wie könnt ihr glauben, die ihr Ehre voneinander annehmt, und die Ehre, die von dem alleinigen Gott ist, sucht ihr nicht?“

Wahrscheinlich ist die Versuchung in diesem Fall so subtil, weil dieser menschliche Stolz sehr nahe an das Suchen der Ehre Gottes herankommt. Im Hebräischen kann das Wort „kavod“ entweder dafür verwendet werden, die Wolke der Ehre und das Feuer der Gegenwart Gottes oder dieses kleinliche, die Sicht verschleiernde Bedürfnis der Menschen von anderen respektiert und geehrt zu werden, zu beschreiben. In Israel werden Rabbis, Kabinettsmitglieder und Richter als “Kavod” bezeichnet.

Vielleicht ist unser Verlangen nach Ehre so gross, weil wir alle schreckliche Scham ererbten in dem Moment als Adam und Eva sündigten. Sie waren bekleidet mit der Ehre und der Herrlichkeit Gottes, vor dem Sündenfall. Das Verlangen wieder mit dieser Herrlichkeit bekleidet zu werden, sitzt tief in uns drin. Das Bedürfnis nach Ehrerweisung von anderen Menschen ist der billige Ersatz für diese Herrlichkeit.

Manche, die sehr nach einem Dienst eifern, sind teilweise motiviert von dem Gedanken, dadurch Ehre zu erlangen. Meine Frau sagt, dass viele Männer dieses „Ego-Problem“ haben, das sie dazu befähigt, Sachen zu vollbringen (Bemerkung des Autors: Ich kann mir nicht vorstellen, wen sie damit meint). Zum Teil ist diese Motivation gut, weil sie hilft, Ziele zu erreichen, aber ein anderer Teil ist nichts, als eine scheinheilige Maske für ein egoistisches Ziel. (Philipper 2, 3).

Es gibt eine gute Art von Ehre, die Integrität und Mut beinhaltet; und eine andere Art, die die Ehre Gottes sucht (Römer 2, 10). Wenn jemand jedoch das Gefühl hat, seine Ehre würde verletzt, ist er beleidigt (Sprüche 18, 19) und verliert alles geistliche Urteilsvermögen und alle geistlichen Sichtweisen. Ein erster Leitsatz, den ich denen in der Ausbildung zu Leiterschaft mitgeben würde, ist folgender: Seid niemals beleidigt. Lasst uns die Art Leute sein, die „nicht zu beleidigen“ sind.

Bemerkung: Ich zögerte lange, diesen Artikel zu schreiben, weil ich Menschen an verschiedenen Orten der Welt kenne, die denken könnten, dass ich ihn über sie schreibe. Dies erinnert mich an einen alten Popsong: "You're so vain, you probably think this song is about you." (Dt.: “Du bist so eingebildet, du denkst wahrscheinlich, dieses Lied gehe nur um dich”). Natürlich geht es dabei aber um alle von uns.

Ein Extrembeispiel für gekränkte Ehre, die Menschen dazu bringt ihre Objektivität zu verlieren, könnte man in den internationalen Aufständen sehen, die es in der muslimischen Welt gab, nachdem die dänischen Cartoons über Mohammed veröffentlicht wurden. Sie konnten nicht mehr sehen, dass ihre Reaktion unverhältnismässig war, verglichen mit der Beleidigung durch die Cartoons.
Ehre ist so wie Geld. Es wird zum bösen Mammon, wenn wir es nehmen und zu einem heiligen Opfer, wenn wir es geben. Wir sollten denen Ehre erweisen, die es verdienen (Römer 13, 7). Wir sollen einander in Ehrerbietung zuvor kommen (Römer 12, 10).

1. Korinther 12, 22-25
“Vielmehr sind die Glieder des Leibes, die uns die schwächsten … und die uns am weingsten ehrbar zu sein scheinen, die umkleiden wir mit besonderer Ehre … dem geringeren Glied höhere Ehre gegeben, damit im Leib keine Spannung sei.“

 
In der Familie, der Gemeinde, dem Geschäft oder der Diplomatie, müssen wir weiterhin gerade diejenigen mit Ehre überschütten, die sich leicht zurückgestossen oder nicht respektiert fühlen. Sich anzustrengen, die Ehre der anderen hochzuhalten und die eigene Ehre niederzulegen ist zentral, damit wir Einheit bewahren können. Das gilt auch, wenn es um Versöhnung zwischen ethnischen Gruppen im weltweiten Leib Christi geht.

Meine Frau gebraucht eine weitere Redewendung: reiche Leute müssen nicht mit ihrem Reichtum hausieren gehen, während diejenigen, die gar nicht wirklichen Reichtum haben, diesen vorführen müssen. Übersetzen wir dies in die geistliche Sprache: Diejenigen, die wirkliche Weisheit, Salbung und Autorität besitzen, können dies runterspielen. Sie müssen sich nicht selbst oder ihren Dienst in den Mittelpunkt stellen. ("…sollst du es nicht vor dir ausposaunen lassen, wie es die Heuchler tun … damit sie von den Leuten gepriesen werden. – Matthäus 6, 2).

Wie immer können wir unser bestes Beispiel für eine göttliche Verhaltensweise bei Yeshua (Jesus) am Kreuz finden. Er hat sich selbst seiner Ehre entblösst. Er hat seine eigene Ehre völlig zurückgelassen. Er hatte so viel Ehre aus sich selbst, dass er es sich „leisten“ konnte, es zuzulassen, dass er von Menschen entehrt wurde, damit er für uns die wahre Ehre „zurückkaufen“ konnte.

Philipper 2, 5-7
“Seid so unter einander gesinnt, wie es auch der Gemeinschaft in Christus Jesus entspricht: Er, der in göttlicher Gestalt war, hielt es nicht für einen Raub, Gott gleich zu sein, sondern entäusserte sich selbst und nahm Knechtsgestalt an…“

Das ist nicht nur, was Er für uns getan hat; es ist auch die Art und Weise, wie wir uns anderen gegenüber benehmen sollen. Wer schwach ist und aus der Seele handelt, soll geehrt werden. Wer stark ist im Glauben, soll den anderen Ehre erweisen. Auf diese Weise sicherte sich Yeshua die grösstmögliche Ehre. Seine Ehre wurde dort am Baum gekreuzigt. Lasst uns auch unsere dort kreuzigen.


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