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Die Kunst des Vater-Seins
© April 2006 Asher Intrater

Von allen Möglichkeiten, die Gott hatte um sich selbst zu beschreiben, wählte er „Vater“. Das Herz eines liebenden Vaters ist der beste Vergleich für den wahren Charakter Gottes. Yeshua sprach im Gebet zu Gott mit Intimität und Vertrauen, so wie ein Sohn zu seinem Vater sprechen würde:

Matthäus 6, 9 - "Unser Vater"
Matthäus 11, 25 - "Vater"
Johannes 11, 41 - "Vater"
Johannes 17, 1 - "Vater"


Das hebräische Wort für Vater ist natürlich Abba. Wenn ich mit meinen Kindern bete und meine Augen schliesse, so kann ich bei den ersten Worten, wenn sie die Anrede Abba benutzen, nicht unterscheiden, ob sie mich meinen, oder sich an Gott wenden im Gebet.

Bemerkung: Im Hebräischen sind Buchstaben auch Zahlen. Worte haben eine Wurzel von drei Buchstaben. Vater hat also die Wurzel A-B-A, oder in Zahlen ausgedrückt 1-2-1. In „digitaler“ Sprache ist dies die kleinste und somit grundlegendste Wurzel überhaupt, die mathematisch geformt werden kann.

Im Charakter Gottes sehen wir Intimität, Autorität, Weisheit, Geduld, Grosszügigkeit, eine Sehnsucht nach Spiel, Versorgung und Schutz zu geben und eine Bereitschaft sich selbst zu opfern. Es ist eine tiefe Befriedigung für Gott, mit seinen Kindern Zeit zu verbringen und mit ihnen zu sprechen. Er ist glücklich, wenn wir einfach bei ihm sind.

Im 1. Mose 22, 1 wird Abraham aufgefordert seinen eigenen Sohn zu opfern, Isaak, den er liebte, damit die Welt gerettet würde. In Johannes 3, 16 steht, dass Gott seinen eingeborenen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben das ewige Leben haben. In beiden Passagen wird die Betonung mehr auf den Vater, der opfert, gelegt, als auf den Sohn, der sich opfern lässt. Nun ja, ein Vater würde das verstehen.

Ich bin sicher, dass beide, Gott und Abraham, sofort ihre Plätze mit ihren Söhnen getauscht hätten. Sie hätten es vorgezogen, den Schmerz selbst zu ertragen. Als David realisierte, dass sein sündiger und rebellischer Sohn Absalom an einen Baum genagelt worden war, rief er aus: “Mein Sohn Absalom! Wollte Gott, ich wäre für dich gestorben! O Absalom, mein Sohn, mein Sohn!” (2. Samuel 18, 33, bzw. 19, 1). Wieviel mehr war Gottes Herz zerrissen beim Anblick der Kreuzigung!

Der wahre biblische Bund des Glaubens beginnt mit Abraham – „Vater Abraham“. Als Gott über die Ewigkeit alle Seelen der Menschen anschaute, die noch geschaffen werden würden, war derjenige, dessen Instinkte und Neigungen am nächsten zu Gottes Vaterherz waren, Abraham. Aber Gott wollte mehr. Er wollte aus dem Geist eines Vaters dieses Mannes „alles herausholen“ um es allen folgenden Generationen weiterzugeben.

Gott holte in drei Schritten alles aus Abraham heraus:
1) Er versprach Avram, dass er der Vater vieler Nationen werden würde, und zwar von allen Nationen von Gläubigen.
2) Er liess in warten und warten und warten und warten und warten während 100 Jahren.
3) Er verlangte von ihm seinen Sohn als Beweis seiner Liebe und seines Glaubens zu opfern.

Ich winde mich beim Gedanken an diese Prüfung Gottes; vor Abrahams Treue und Glauben stehe ich in Bewunderung und grösstem Respekt.

Und was ist mit dem Sohn (mit Isaak und Yeshua)? Was sah Isaak in seinem Vater, dass er in vollkommenem Vertrauen auf diesen Altar kletterte, obwohl er wusste, dass er drauf und dran war geschlachtet zu werden? Ich glaube die Antwort liegt in zwei Worten: Integrität und Intimität.

Isaak wusste, dass Abrahams Liebe für Gott echt war; wie sehr Abraham nur das Beste für Isaak wollte. Er kannte seine Sanftheit und Grosszügigkeit. Er wusste, dass der Glaube seines Vaters an Gott tief, gesund und sicher war. Er war kein religiöser Fanatiker, sondern ein Mann von Loyalität innerhalb des mit Gott geschlossenen Bundes. Die Verlässlichkeit des Herzens seines Vaters war für ihn realer als das Messer in dessen Hand.

Ich glaube, dass ein wenig dieser Vater-Sohn-Intimität durch die Generationen vererbt wurde und so auch  von meinem Vater an mich weitergegeben wurde. Ich hoffe, dass diese selbe „Essenz“ von Vaterschaft auch an meine Kinder weitergegeben wird und an unsere geistlichen Söhne und Töchter ebenso. Ich glaube auch, dass sie weitergegeben wurde an jeden wahren und geisterfüllten Gläubigen in jeder Nation oder ethnischen Gruppierung. Sie ist der Stoff, aus dem der Bund besteht.

Gott bezeichnet sich selbst als Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs. Er ist nicht nur der Gott dieser drei, sondern auch der Gott von zugesicherter und verbindlicher Liebe, wie sie in ihren Vater-Sohn-Beziehungen offenbar wurde.

Ein guter Vater zu sein ist die wichtigste Aufgabe in der Welt. Es ist mehr als eine Wissenschaft; es ist eine Kunst. Ich habe nicht viel künstlerische Begabung, doch ich bete, dass dieser Aspekt von Gottes Kunstwerk durch mich zur Entfaltung kommt.

Viele satanische Angriffe zielen darauf ab, das Bild von wahrer Vaterschaft zu pervertieren. Beide herrschenden Geister der Endzeit (das Tier und die Hure) verhindern, dass Männer zu wahren geistlichen Vätern werden. Sexuell unmoralisches Verhalten, Gewalt, Geiz, Ehrgeiz, Religiosität, der Geist Isebels, usw. – sie alle zerstören das Vertrauen von zukünftigen Söhnen und Töchtern. Dieser Zerfall von Vertrauen begann schon mit der ersten Lüge, „Hat Gott wirklich gesagt…?“ (1. Mose 3, 1).

Eine verwaiste und entfremdete Generation schreit nach geistlichen Vätern.

Die Kunst von wahrer Vaterschaft wirkt ebenso stark in der Jüngerschaft und im Mentoring wie in der tatsächlichen Familie. Paulus sprach von Timotheus als seinem “Sohn” im Glauben (Philipper 2, 22; 1. Tim. 1, 2; 2. Tim. 1, 2 und 2, 1) genauso auch von Onesimus (Philemon 1, 10). Er sprach von seiner Arbeit als Gemeindegründer ebenfalls als Vater (1. Kor. 4, 14 & 15, 1. Thess. 2, 11). Dies machten es auch Johannes (1. Joh. 2, 1 und 18) und Petrus als er über seinen Jünger Markus sprach (1. Petrus 5, 13).

Die Vaterschaft Gottes, Yeshuas eigene Beziehung zum Vater, Abrahams Herz, der Dienst der Apostel – sollten alle ihre Wirkung in allem, was wir tun, entfalten. Dies ist der Dreh- und Angelpunkt des Königreichs Gottes (Kolosser 1, 9 - 13). Mögen wir gute Kinder sein für unseren himmlischen Vater (Sprüche 10, 1), und mögen wir gute geistliche Eltern sein für die Kinder und Jünger, die er uns gegeben hat.

Bemerkung: Die Inspiration für diesen Artikel bekam ich während der Nacht vom 23. März 2006, was, wie ich später realisierte, das Geburtstagsdatum meines Vaters ist, der vor sieben Jahren zum Herrn ging.


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