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Betet für die „Passion“
©Februar 2004 von Asher Intrater

Dies ist die Woche vor der Erstaufführung der „Passion“ von Mel Gibson. Ich schreibe als ein Jude in Israel, der an Yeshua (Jesus) glaubt und wie viele andere den Film noch nicht gesehen haben. Auf jeden Fall ist es eine kritische Zeit zu beten.

Ich muss eingestehen, dass das Potential des Filmes mit vielen Dingen übereinstimmt für die ich bereits, während der letzten Jahre gebetet habe in meinem Herzen:

* In vielen Gegenden der Welt sind katholische Arten von Kirchen die dominante Form von Christentum. Häufig sind diese Kirchen das grösste Hindernis für die Verbreitung des Evangeliums. Jedoch sind die Menschen dieser Kirchen ein potentiell reifes Feld für Evengelisation. Besonders im Nahen Osten sind die griechisch- und armenisch-orthodoxen Kirchen die einzig christlichen Institutionen, zu denen Musleme Zugang haben und sind zu einer Tiefe durchgedrungen, zu der protestantische Kirchen weit davon entfernt sind. Lasst uns beten, dass dieser Film viele mit der wahren Liebe Jesu berühren wird.

* Die Hollywood Filmindustrie hat Tonnen von geistlichem Abfall – Gewalt, Ehebruch und Okkultismus – in die Fernsehwellen rund um die Welt geschüttet. Die Kraft dieser bestimmten Medien ist gewaltig und wurde vor allem zum Bösen verwendet. Lasst uns für eine Revolution der Unterhaltungs-und Massenmedienindustrie beten. Die wirkungsvollen Kommunikationstechniken eines Hollywood-produzierten Filmes könnte gebraucht werden, um hunderte von Millionen Menschen zu berühren, welche zuerst angezogen würden durch das künstlerische Talent und dann zur Botschaft. Ausserdem können die elektronischen Medien die Filme in Dritt-Weltländer ausstrahlen, die ansonsten für das Evangelium geschlossen sind.

*Die zentrale Botschaft des Leidens des Messias am Kreuz befindet sich auf jeder Seite des Neuen Bundes und in jeder Lehre des Gesetzes und der Propheten. Die moderne Predigt ist der Bedeutung des Kreuzes ausgewichen. Eine lebendige Porträtierung der Kreuzigung kann viel dazu beitragen, um selbst die dynamischsten Gemeinden neu zu beleben. In unseren eigenen Kreisen des messianischen Judaismus wurde die Botschaft des Kreuzes insbesonderne vermieden und das Resultat davon war, ein weitverbreiteter Rückfall des Lebens Gottes in unserer Mitte. Letztendlich, „die Botschaft des Kreuzes ist die Kraft Gottes“ – 1.Kor. 1,18.

*Und selbst in Israel und für das jüdische Volk im allgemeinen, hat ein Film wie dieser das Potential, Menschen zu erreichen, die nie in eine Kirche oder messianische Gemeinde gehen würden. (Versucht einen ungläubigen Freund in eine Kirche oder in ein Kino einzuladen ...). Der Film wird widerspüchlich sein, aber Debatten können auch die Aufmerksamkeit der Menschen auf sich ziehen und sie zum Nachdenken bewegen. Gott scheint sich nicht zu sehr an Kontroversen zu stören. Wie kommt es, dass es kaum Kontroversen gibt, bezüglich Filme die  Homosexualität, Drogenmissbrauch und Mord zeigen? Hier kommt ein Film über die Folter Yeshuas, und jeder ist aufgebracht.

Ist er antisemitisch?
Viele in jüdischen Kreisen haben sich gefragt, ob der Film antisemitisch ist. In dieser Woche hat die grösste hebräische Zeitung einen halbseitigen Artikel veröffentlicht mit einem Photo von Gibson’s Interview mit ABC. Die Schlagzeile: „Ich bin nicht antisemitisch.“ Die israelische Zeitung berichtete, als gefragt wurde: „Wer tötete Jesus?“ antwortete Gibson: „Wir alle. Ich wäre der erste, um die Schuld auf mich zu nehmen.“ Der israelische Reporter verstand seine Antwort nicht und schrieb, dass  Gibson der Antwort auswich. Aber trotzdem, dies ist eine kraftvolle Aussage von Gibson.

Die Tatsache, dass die Sünden aller Menschheit verantwortlich für die Kreuzigung Yeshuas sind, ist natürlich die richtige Antwort. Wenn ein sogenannter Christ die Juden für die Kreuzigung beschuldigt, dann hat er offensichtlich seine eigene Sünde nicht anerkannt, und hebt deshalb seinen eigenen Glauben auf. Wenn ein Jude denkt, dass das Evangelium antisemitisch ist, wird er auch nicht seine eigenene Notwendigkeit zur Busse und Sühne erkennen.

Abraham Foxmann, der Leiter der B’nai Brith „Anti-Diffamierungs- Liga“, wurde zitiert gesagt zu haben: „Gibson ist nicht antisemitisch, aber der Film hat ein Potential um Antisemitismus anzuschüren.“ Ich würde diese Aussage so ausdehnen: „Gibson’s Film ist nicht antisemitisch. Die Evangeliumsgeschichte ist nicht antisemitisch. Das Problem ist, dass viele Menschen das Evangelium als antisemitsch interpretieren.“ Die Ironie ist, dass die Nichtjuden, die antisemitisch sind und die Juden, die sich vor Antisemitismus fürchten, beide das Evangelium gleich interpretieren – inkorrekt. Wenn jüdische Leiter sagen, das Evangelium sei antisemitisch, dann bestärken sie dieselbe inkorrekte Interpretation jener, die die Juden hassen.

Ein Element um die antisemitische Interpretation zu entfernen ist, die Tatsache anzuerkennen, dass Jesus jüdisch ist. Wie kann die Geschichte sich gegen Juden wenden, wenn der Held selbst jüdisch ist? Die Priester die Ihn ablehnten waren jüdisch, aber genauso waren es Seine Jünger, die Ihn annahmen.

War es antisemitisch, dass die elf Brüder wegen Eifersucht, Joseph umbringen wollten? War es antisemitisch, als die Leviten der Sippe Korah direkt in die Hölle verschluckt wurden, weil sie Moses angriffen? War es antisemitisch, dass König Saul und seine Soldaten den jungen David angriffen? War es antisemitisch, als die Propheten und Priester in Jeremia’s Generation, Jeremia verhafteten und ihn in eine Grube warfen?

Der Name „Passion“
Der Name „Passion“ bedeutet nicht Gefühle oder Verlangen (im Englischen, diese Bedeutung. Anmerk. der Übers.), sondern die Bedeutung des älteren Wurzelwortes meint, zu leiden (wie ein Patient im Krankenhaus). Es gab öffentliche Drama Aufführungen der Kreuzigung Yeshuas im Mittelalter, welche „Passion“ genannt wurden. Diese Passionsaufführungen stellten die Juden in einem boshaften Licht dar, die das Jüdisch-sein Yeshuas verleugneten und öfters als Gelegenheit benutzt wurden, um die Juden nach einer Aufführung zu verfolgen. Leider ist es diese boshafte Verbindung, welche Furcht vor Antisemitismus hervorbringt.

Ein genauerer Titel (obwohl zugegeben weniger auffällig) wäre: „Das Leiden des Messias“, ein Titel mit der selben Bedeutung, der jedoch, zumindest vom jüdischen Volk, besser verstanden worden wäre. Lasst uns beten, dass in der hebräischen Übersetzung des Filmes die richtigen Worte gewählt werden, um die Geschichte in ihrem korrekten Kontext wiederzugeben. Lasst uns beten, dass der Film nicht falsch, als antisemitisch interpretiert wird.

Extra Anteil
Ich glaube dass das jüdische Volk einen extra Anteil an Schuld und Verantwortung in der Kreuzigung Yeshuas hat. Das ist nicht eine Sache von Antisemitismus – ganz im Gegenteil, sondern der Ruf der Erwählung der Juden. Die Juden waren die Nation der Priester und Propheten. Die Guten und die Schlechten in der Geschichte waren alle jüdisch. Das Evangelium gehört den Juden zuerst und auch den Nationen. Errettung gehört den Juden zuerst und dann den Nichtjuden. So wie die Segnungen, die Autorität und  die Berufung den Juden zuerst gehört, so auch die Verantwortung, Schuld und Bestrafung.
Die jüdische Nation wird als „der ältere Bruder“  in der Familie der Nationen gesehen. Der erwählte Bruder erhält eine extra Portion, sowohl des Guten als auch des Schlechten. Die Juden haben eine besondere Verantwortung in der Ablehnung des Messias, weil sie auch eine besondere Autorität im Empfangen des Messias haben. Wir waren jene, die im Vorhof schrieen, „Sein Blut komme auf uns“, aber wir werden auch jene sein, die bei Seinem Wiederkommen schreien werden, „Gesegnet sei Der da kommt“. Jene die einmal geschrieen haben „Kreuzigt Ihn“, werden bald auch schreien, „Krönt Ihn“.


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