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Drei Fehler von Pastoren und Aposteln
© Asher Intrater, September 2003

Jene von uns, die als Pastoren oder Apostel in der Leiterschaft stehen, neigen schon alleine durch die Natur ihres Dienstes zu drei Charakterschwächen. Mehr als Evangelisten, Propheten und Lehrer haben Apostel und Pastoren die Verantwortung, Menschen zu sammeln, Aktivitäten zu organisieren, mit dem Vorstand der Gemeinde zu sprechen und Ratschläge für persönliche Probleme zu geben. Wegen diesen Verantwortungen neigen wir oft dazu, aus unserm „Fleisch“ Anstrengungen zu unternehmen, damit unsere Gemeinde Erfolg hat.

  1. Besitzergreifendes Verhalten gegenüber den Schafen
    Wenn wir in das Leben einer Person investiert haben, so entsteht irgendwo im Unterbewussten ein Gefühl des „Besitzes“ gegenüber dieses Menschen. Dass sie Mitglieder unserer Gemeinde sind, rechtfertigt scheinbar unseren Aufwand. Sogar Paulus bezeichnete die Korinther als das „Siegel“ seines Apostelamtes, sozusagen ein Beweis für seine Identität (1 Kor 9,2). Es liegt eine gewisse Gefahr im Denken, dass ein Mensch uns seine Loyalität und Unterordnung schuldet (und – man wagt es kaum zu sagen – seinen Zehnten).

    Ganz subtil gilt unsere Sorge nicht dem, was wirklich gut ist für das geistliche Wachstum einer Person, sondern wir denken, dass sie nur gesegnet werden kann, wenn sie ein Teil der Gruppe ist und bleibt, die ich leite. Paulus warnte dieselben Menschen in Korinth davor, sich mit einem bestimmten Diener oder Dienst Gottes zu identifizieren (siehe 1 Kor 3,3-11).
  2. Negativ über andere Leiter sprechen
    Während wir Gott dienen, werden wir häufig verletzt oder abgelehnt von anderen Gläubigen in unserer Gemeinde. Diese Ablehnung nährt ein Gefühl der Unsicherheit. Unser Stolz und unser Ego stehen auf dem Spiel. Dann lässt uns die Eifersucht auf andere „im Fleisch“ sein. Trotzdem möchten wir doch geistlicher sein. Wir möchten, dass andere von uns und unserem Dienst angezogen werden.

    Wenn wir nicht geistlicher sein können, so versuchen wir zumindest geistlicher zu scheinen – durch Vergleiche. Wie? Nicht offen – sondern, indem wir in Gesprächen ganz subtil die kleinen Fehler und Sünden von Leitern von anderen Diensten (von denen wir glauben, dass sie mit uns im Wettkampf stehen) erwähnen. Natürlich tun wir das nicht um Gerüchte zu verbreiten, sondern um unsere unschuldigen Schäfchen zu beschützen vor den geistlichen Unzulänglichkeiten in anderen Leitern.
  3. Den Dienst zur ersten Priorität machen

Diesen Fehler könnte man auch als „Vergötzung unseres Dienstes“ bezeichnen. Ja, Gott hat uns eine Berufung gegeben, eine Mission, einen Sinn. Wir sind ganz erfüllt von göttlicher Motivation diese Berufung zu erfüllen, und das ist gut so. Um diese göttlichen Ziele zu erreichen, entwickeln wir ein Programm, ein Projekt, ein weiteres Gefäss innerhalb unseres Dienstes oder unserer Organisation. Wir geben uns unserem Dienst hin, als würden wir uns Gott hingeben. Und wir wollen alle anderen davon überzeugen, dass unsere Art zu handeln, die neueste Erkenntnis und Offenbarung Gottes beinhalte.

Eigentlich ist diese Haltung zu erwarten. Das Problem liegt darin, dass das neue Gefäss dann das Zentrum unserer Aufmerksamkeit wird, nicht mehr Jeschua (Jesus) selbst. Wir beginnen unseren Dienst zu predigen, nicht mehr den Messias. „Mittel“ und „Botschaft“ werden vermischt, wenn nicht sogar vertauscht. Es ist eine Form der Götzenanbetung, in welcher das „geschaffene“ Gefäss wichtiger wird als der Schöpfer. Loren Cunningham, Gründer von JMEM (Jugend mit einer Mission), erzählt von dem ersten Multimillionen Dollar Schiff, das sie für den Dienst zu kaufen versuchten. Es wurde zum Fokus aller ihrer Gebete und Aufmerksamkeit und Gott musste es ihnen später wegnehmen.

Was können wir tun?
Als Pastoren müssen wir immer noch genügend Zeit mit persönlicher Evangelisation verbringen. Dies wird uns helfen, nicht einfach Menschen von anderen Gemeinden in unsere „transferieren“ zu wollen.
Wir sollten auch den Inhalt unserer Botschaften überprüfen, um sicher zu stellen, dass Jeschua immer am ersten Platz steht (2 Kor 4,5). Busse, Rettung und Erfüllung mit dem Heiligen Geist (Apg 2,38) sollten die wichtigsten Themen bleiben, nicht Werbung für unsere Programme und Methoden.
Erinnern wir uns daran, dass wir dem gesamten Königreich Gottes dienen, nicht nur unserer Ecke. Unsere Gemeinde oder unser Dienst ist nicht der gesamte „Leib Christi“, und auch nicht der wichtigste Teil davon (wiederum 1 Kor 3). Lasst uns die Vision entwickeln, dass wir gemeinsam mit allen Gläubigen als Team für den Sieg des Königreiches Gottes und Seinen Zweck zusammenarbeiten.

Was das negativ Sprechen, oder gar Denken, über andere Leiter betrifft, hat Jeschua gesagt, wir sollten sieben mal siebzig Mal vergeben (Mat 18,22), zuerst den Balken aus unserem eigenen Auge entfernen (Mat 7,3). Paulus sagte sogar, dass es ihn nicht störte, wenn andere aus Eifersucht, Wettbewerbsgeist und Ambitionen das Evangelium predigten, solange es nur gepredigt und die Nachricht der Rettung verbreitet würde (Phil 1,15-18).

Es bleibt ein Geheimnis des Glaubens, das Gott im Herzen jedes Einzelnen wirkt. Wir sollten immer dem Herzen von jedem Menschen den Raum geben, mit Gott selbst Beziehung zu haben. Unsere Fehler als Leiter sind viel offensichtlicher für die Menschen um uns herum, als wir denken. Unsere gut durchdachten, theologischen Rechtfertigungen sind keine gute Deckung für unsere manipulativen Taktiken, mit welchen wir andere dazu bringen wollen, unserer „Führung“ zu folgen.

Möge Gott uns gnädig sein.


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