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Die zwei Zeugen
Asher Intrater, September 2002

In Offenbarung 11 wird von zwei großen endzeitlichen Propheten berichtet, den sogenannten „Zwei Zeugen“. Ein Symbol für die beiden Zeugen findet man in den Zweigen der beiden Olivenbäume, die dem Leuchter in Sacharja 4 Salböl geben. Ein weiteres Bild findet man in den beiden Säulen, die neben dem Eingang des Tempels König Salomos stehen (1 Kö 7).

Es werden viele Spekulationen darauf verschwendet Vermutungen darüber anzustellen, wer diese beiden Zeugen sind. Die wichtigere Frage ist allerdings, was die Zeugen zu sagen haben. Ihre Aufgabe ist es, den Weg für die Rückkehr Jeschuas (Jesu) zu bereiten, genau so, wie Johannes der Täufer den Weg für Sein erstes Kommen bereitete. Johannes sagte: „Er ist derjenige, auf den es ankommt, nicht auf mich (Joh 3).“

Dan Juster (Direktor von Tikkun Ministries) zeigt in seinem Buch „Der Schlüssel zum Passah“ („The Passover Key“), dass die beiden Zeugen den Antichristen in ähnlicher Weise herausfordern werden, in welcher Aaron und Mose den Pharao herausforderten. Die beiden Zeugen werden die Bösheit der politischen und religiösen Führer offenlegen, insbesondere deren Machtmissbrauch. So wie Johannes enthauptet wurde, weil er die Sünde offen ablehnte, so werden auch diese beiden den Märtyrertod sterben.

Obwohl zwei individuelle Männer als die beiden Zeugen bezeichnet werden, ist es in diesem Zusammenhang interessant zu wissen, dass in erster Linie in der Geschichte die beiden Zeugen Gottes die internationale Gemeinde und die Nation Israel sind. Israel und die Gemeinde sind die beiden prophetischen Gebilde, die von Gott dazu eingesetzt sind, von seinen Plänen und Absichten Zeugnis abzulegen.

Die beiden Säulen im Tempel Salomos hatten Namen: Boas und Jachin. Boas bedeutet „die Stärke ist in Ihm“. Dies bezieht sich auf Jeschua, im Dem sich die Fülle Gottes verkörpert (Kol 2,9). Jachin bedeutet „er wird vorbereiten (oder einrichten)“. Dies bezieht sich auf Gottes vorherbestimmten Plan, den Er in der Geschichte entfaltet. So kann man erkennen, wie die daraus abgeleiteten Botschaften die Inkarnation (Fleischwerdung) Jeschuas und die Souveränität Gottes unterstreichen.

Auf der anderen Seite bezieht sich der Name Boas auch auf eine geschichtliche Person, die im Buch Ruth vorkommt. Die Geschichte von Ruth und Boas hat eine prophetische Bedeutung, bei der Ruth gedeutet werden kann als die aus den heidnischen Nationen hervorkommende Gemeinde, die verheiratet wird mit Boas, der ein Abbild ist für den Messias.

Die bloße Existenz der internationalen Gemeinde ist ein übernatürliches Phänomen, das Zeugnis ablegt von den Absichten Gottes (Eph 2,7 und 3,10). Menschen überall auf der Welt, aus jedem einzelnen Land, sind aus ihrer Kultur und aus Jahrhunderten des Götzendienstes herausgekommen, um an den Einen wahren Gott zu glauben und an Seinen Messias. Dies ist unglaublich.

Die Gemeinde hat sich nicht nur mit dem Gott Israels identifiziert, sondern auch mit dem Volk Israel. Die Endzeit-Gemeinde wird gleichsam wie Ruth sagen:„Dein Volk ist mein Volk“ (Ruth 1,16). Die Tatsache, dass evangelikale Christen überall auf der Welt ihre Loyalität mit Israel ausdrücken, ist eines der Anzeichen, dass das Kommen Jeschuas kurz bevorsteht. Während Christen der Rückkehr Jeschuas (nach Jerusalem) entgegensehen, finden sie sich mehr und mehr an der Seite Israels wieder. Auf diese Weise werden sie in der Lage sein zu sagen „Maranatha, komm Herr Jesus“ (Offb 22,20).

Der prophetische Ruf an die Gemeinde, den Platz Israels anzuerkennen, beinhaltet keine rassistische Bevorzugung des jüdischen Volkes, sondern vielmehr eine Unterordnung unter die irdische Autorität Jeschuas. Es ist eine Anerkennung Jerusalems als dem Sitz Seiner Autorität – Kein Jerusalem, keine irdische Autorität Jeschuas - Keine irdische Autorität, keine Rückkehr.

Aber wie kann die Gemeinde mit Israel verbündet sein, wenn Israel seinen Messias abgelehnt hat? Die Antwort ist, dass die wichtigste Verbindung zu Israel als einer Nation durch den messianischen Überrest innerhalb Israels besteht (Römer 11, 1-5). Die messianischen Gläubigen sind die geistliche Brücke zwischen der internationalen Gemeinde und der Nation Israel.

Wenn die internationale Gemeinde (Ruth) die geistliche Position des messianischen Überrests in Israel (Boas) erkennt, dann wird die richtige Ordnung der biblischen Autorität hergestellt (wie beispielsweise die  Unterordnung einer Frau unter ihren Mann oder die Anerkennung des Erstgeburtsrechts des ältesten Bruders durch die jüngeren Brüder). Ruth ist die eigentliche Heldin des Buches Ruth, nicht Boas. Es bedarf eines großen Akts des Glaubens und der Demut, damit die Gemeinde diese Verbindung erkennt (Römer 11,25).

Der Name Jachin ist eine Abkürzung von „Jojachin“, der ebenfalls eine historische Persönlichkeit ist. Er war der König Judas, der von König Nebukadnezar zur Zeit des babylonischen Exils gefangengenommen wurde. Nach vielen Jahren in Gefangenschaft wird Jojachin freigelassen und kehrt zu einer Position voller Ehre und Autorität zurück (2 Kön 25,27-30).

Jojachins Gefangenschaft und Freilassung sind ein Symbol für den Tod und die Auferstehung Jeschuas. Deshalb weist das Jachin-Bild auf Jesus selbst hin (gleichermaßen der König der Juden). Darüber hinaus kann es aber auch als das Exil und die Rückkehr des jüdischen Volkes gesehen werden. Die Wiederherstellung der Nation Israel ist ein bis dahin noch nie vorgekommenes Phänomen in der Weltgeschichte und ein unleugbares Zeugnis der Souveränität Gottes.

Die Wiederherstellung der Nation Israel ist eine notwendige Voraussetzung für die Rückkehr Jeschuas. Wenn Jeschua wiederkommt, um seinen Thron als König Israels einzunehmen, dann muss es einen Thron geben, auf den er zurückkehren kann. Es wird eine Regierungsstruktur in Israel geben müssen, welche die Basis bildet für das Königreich Jeschuas in der kommenden Welt. Die Autorität Jeschuas ist jetzt eine himmlische, aber sie wird sehr bald zu einer realen Herrschaft in dieser Welt werden (Joh 18,36).

Aber wie kann Israel die Basis für die irdische Autorität Jeschuas bilden, wenn die Nation nicht an ihn glaubt? Eine Antwort lautet, dass in diesem Land das Evangelium gepredigt werden muss. Dies ist unsere erste Priorität. Bevor Jeschua wiederkommt, wird es in Israel eine große Erweckung geben (Rö 11,25).

Dieses Problem wird auch dadurch gelöst, dass messianische Gläubige Autoritätsplätze in der israelischen Gesellschaft einnehmen. Wir haben bereits solche, die Offiziere in der israelischen Armee sind, die in der Medizin dienen, im Rechtswesen, Erziehung etc. Dies ist erst der Anfang. Wenn messianische Juden diese Art von Positionen einnehmen, dann wird Israel bereit sein auszurufen: „Baruch Ha Ba! Gesegnet ist der, der da kommt!“ (Mat 23,39).

Der Dienst der beiden Zeugen bereitet den Weg für die Rückkehr Jeschuas auf die Erde. Ihre Botschaften handeln von der Errichtung von Göttlicher Autorität auf der Erde – in der Gemeinde, in Israel und unter dem messianischen Überrest. Ihre Prophetien werden das Geheimnis Gottes vervollständigen und dazu führen, dass die Reiche dieser Welt übernommen werden und verwandelt in das Königreich Jeschuas (Offenbarung 11,15).


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