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Was ist der Unterschied?
© Asher Intrater, Juli 2001

In einem Gespräch in diesem Sommer mit Anne Carroll und Renee Branson in Houston kam die Frage auf, ob es einen Unterschied gäbe dabei, das Evangelium in Israel zu verkündigen oder sonst wo auf der Welt. Bestimmt gibt es keinen Unterschied was die Prinzipien der Rettung betrifft, die Wahrheit der Bibel, den Glauben an Jeschua und so weiter. Auch gibt es in jedem Land bestimmte allgegenwärtige Hindernisse, die es zu überwinden gilt.

Wenn es aber um das Jüdische Volk in Israel geht, so gibt es noch ein paar weitere Elemente und Problematiken, die man gleichzeitig mit dem Evangelium thematisieren muss. Es gibt also einen Unterschied. Im Folgenden einige Punkte:

  • Der Bund mit dem alten Volk Israel

Weil das Volk Israel bereits einen Bund mit Gott hatte vor der Zeit des Neuen Testaments, wird dieser Bund zum Kontext, in welchem das Evangelium vermittelt werden muss. Es darf keinen Widerspruch zwischen den zwei geben und theologische Verständnis des Neuen Bundes muss übereinstimmen mit dem Gesetz und den Propheten.

Im alten Israel wurde eine bestimmte biblische Weltanschauung begründet. In dieser Weltanschauung existierte ganz klar eine Erwählung auf den Menschen, die mit dem Königreich Gottes und dem Kommen des Messias zu tun hatten. Das Evangelium nach Israel zu bringen, ist wie eine Erweiterung dieses ursprünglichen Bundes.

  • Sammlung und Wiederherstellung der Nation

Vor 2000 Jahren wurde unsere Nation zerstört und seither waren die Juden im Exil. Vor 125 Jahren begann das Volk in sein Land zurückzukehren. Die Tatsache, dass Israel nach dem langen Exil wieder gesammelt werden würde, wurde sowohl im Alten, als auch im Neuen Bund vorhergesagt. Dies ist offensichtlich einmalig im Volk Israel und hat einen grossen Einfluss darauf, wie Israelis das Königreich Gottes verstehen. Wir haben hier mit prophetischen und mit evangelistischen Dingen zu tun. Die Botschaft des Königreiches Gottes endet nicht mit der persönlichen Rettung, sondern geht weiter zur Wiederherstellung der Nation. Die Wiederaufrichtung der Nation Israel wird ein Teil des Evangeliums, da sie bereits ein Teil der biblischen Botschaft für unser Volk ist.

Messianische Juden, die nach Israel einwandern, predigen nicht nur das Evangelium, sondern sie sind auch ein Teil dieser prophezeiten Wiederherstellung.

Interessant ist hier auch die Mischung der Immigrantenkulturen. Vor 150 Jahren gab es nur eine sehr kleine Bevölkerung in Israel. Beinahe die ganze heutige Bevölkerung, sowohl Juden, als auch Araber, wanderten nach Israel ein. Jeder brachte dabei seine eigene Kultur und Sprache mit. Der Grossteil der Messianischen Juden ist ebenfalls immigriert und von Natur aus schon sehr multikulturell. Das ergibt ein spezielles „umgekehrtes Turm von Babel“ Syndrom im Aufeinandertreffen und der Verwirrung von verschiedenen Weltanschauungen und Lebensstilen.

  • Die Geschichte des Antisemitismus

Eine der Herausforderungen, wenn man unserem Volk das Evangelium bringen möchte, ist die Vergangenheit des Antisemitismus in der Geschichte der europäischen Christenheit. In der Vorstellung unseres Volkes existieren tiefe, negative, psychische Assoziationen mit gewissen christlichen Bezeichnungen und Symbolen. Zum Beispiel wäre es beinahe absurd, wenn man auf einer Art „Kreuzzug“ nach Israel kommen wollte. In den Augen von vielen Israelis sind das Christentum und der Nationalsozialismus ein und dasselbe und sie versuchen uns, die messianischen Juden, als Verräter an unserem eigenen Volk darzustellen.

  • Antimissionarische Rabbiner

In Israel gibt es keinen religiösen Pluralismus. Die Ultra-orthodoxen Juden bemühen sich, ein von der Regierung aufgezwungenes Religionsmonopol zu halten. Mehrere Gruppen von Ultra-Orthodoxen verfolgen absichtlich und bewusst die messianischen Juden.

Im Neuen Testament lesen wir häufig von mühsamen Streitereien Jeschuas mit den rabbinischen Führern Seiner Zeit. Die Argumente gegen Jeschua sind ein wichtiger Aspekt der orthodox-jüdischen Theologie. Diese Anti-Jeschua-Theologie begründet sich auf der Interpretation der prophetischen Schriften und der Anwendung des mosaischen Gesetzes. Tagtäglich begegnen wir denselben Argumenten, denen Sich Jeschua schon ausgeliefert sah, wenn Er mit den Pharisäern zu tun hatte.

  • Die christliche Etikettierung „Heiliges Land“

Christen aus allen Denominationen kommen nach Israel und bezeichnen es als das „Heilige Land“. Sie sehen es als den „Ort, wo Jeschua ging“. All das archäologische, historische und mythische Interesse an diesem Land hat nichts zu tun mit der Errettung unseres Volkes. So hat sich eine christliche Gemeinschaft hier gebildet, die den „Pilgern“ oder dem Bild des „Heiligen Landes“ dient, aber nicht das Volk Israel berühren will.

  • Die Hebräische Sprache

In den 2000 Jahren unseres Exils wurde die Hebräische Sprache nur für religiöse Texte benützt. Sie wurde zu einer toten Sprache. Erst im späten 19. Jahrhundert wurde diese Sprache wieder zum Leben erweckt. Die Wiedererweckung der Hebräischen Sprache ist ein Teil der prophetischen Wiederherstellung der Nation. Es ist auch ein einmaliges Wunder der Geschichte. Es ist auch die Wiederherstellung der Sprache, in welcher Jeschua und Seine Jünger sprachen, der Sprache, in welcher das Gesetz und die Propheten geschrieben wurden.

Der Gebrauch der Hebräischen Sprache ist deshalb viel wichtiger, als das einfache Erlernen einer Fremdsprache in der Mission in einem fremden Land. Beispielsweise wandte sich die Menge aufmerksam Paulus zu, als er auf Hebräisch zu sprechen begann (Apg 22,2). Als Jeschua Paulus in seiner berühmten Vision auf der Strasse nach Damaskus begegnete und zu ihm sprach, tat Er dies auf Hebräisch (Apg 22,13).

Weil das Alte Testament (Tenach) auf Hebräische geschrieben wurde, benützen wir den Originaltext als unseren Bibeltext. Darum benützen wir nicht eine geglättete und überarbeitete Version. Wir müssen mit den textlichen und grammatikalischen Problemen umgehen, wenn wir lehren.
     

  • Endzeitprophetien

Die Verkündung des Evangeliums in Israel ist auch verbunden mit den Endzeitprophetien. Jeschua kommt bald zurück. Er wird nicht nach New York oder Peking kommen, sondern nach Jerusalem. Seine Rückkehr wird zum Zeitpunkt einer riesigen Schlacht, in welcher die Nationen der Welt gegen Israel ziehen, stattfinden. Jeschua wird kommen, um in diese Schlacht einzugreifen. Sie wird nicht nur als ein Angriff auf Israel gesehen werden, sondern auch als Rebellion gegen Gott und gegen die Herrschaft Jeschuas. Er wird kommen um Seinen Platz als König der Juden und somit als Regierungschef Israels einzunehmen.

So werden Entwicklungen im Militär und in der Regierung Israels verwoben mit dem Predigen der Botschaft Jeschuas. Wenn Er der Messias von Israel ist, dann ist er verbunden mit der Regierung Israels und dem Militär Israels. Das sind sehr komplexe Punkte und sie müssen mit grosser Vorsicht und Urteilsvermögen angegangen werden. Die Einflüsse des Messias Jeschua auf Regierung und Militär mögen in anderen Ländern beinahe unwichtig sein, wenn man das Evangelium predigt, aber hier in Israel haben sie unmittelbare und dringliche Wichtigkeit.

Wichtig ist hier auch der Zusammenstoss mit dem Islam. Auf der ganzen Welt werden viele Christen von islamischen Kräften gemartert. Der Islam ist der grösste internationale Gegner des Christentums heute. Viele Englisch- und Deutschsprachige Christen sind sich aber dieses Kampfes gegen den Islam gar nicht bewusst. Der Hauptfokus des islamischen Kampfgeistes richtet sich gegen Israel. Komischerweise findet sich Israel so auf der Frontlinie des Kampfes zwischen dem Islam und dem Christentum wieder und verteidigt auf verschiedene Art (zwar unwissentlich) die christliche Welt.


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