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Das Rache Syndrom
© Asher Intrater, Mai 2001

Über die Jahre sehen wir viele Situationen, in welchen wir „messianisch“ oder „charismatisch“ Gläubigen dem Leib des Messias Schaden zugefügt und Spaltung verursacht haben, indem wir persönlich Probleme bis hin zu prophetischen Dimensionen breitgetreten haben.

Im Lukasevangelium finden wir eine ähnliche Situation. Jeschua war auf dem Weg nach Jerusalem und die Jünger sahen wie die Menschen in den Dörfern der Samariter Ihn nicht aufnahmen und sie reagierten gekränkt.

Lukas 9,53-55
Und sie nahmen ihn nicht auf, weil sein Angesicht nach Jerusalem hin gerichtet war. Als aber seine Jünger Jakobus und Johannes das sahen, sprachen sie: Herr, willst du, dass wir sagen, dass Feuer vom Himmel herabfallen und sie verzehren soll, wie auch Elia tat? Er wandte sich aber um und schalt sie.

Der Grund dafür, dass die Samariter damals Jeschua nicht aufnahmen, hatte nichts mit einer persönlichen Ablehnung zu tun, sondern weil Jeschua zu dieser Zeit einen anderen Auftrag hatte, aber das verstanden die Jünger nicht.

  1. Persönliche Ablehnung

Wenn wir Gott dienen, geschieht es häufig, dass unser Dienst nicht angenommen wird. In der Situation selbst fühlen wir uns dann abgelehnt. Es ist aber sehr wichtig, dass wir nicht jede solche Situation als eine persönliche Ablehnung interpretieren. Ein schwacher Leiter (hier dargestellt von den Jüngern) wird von einer Ablehnung seines Dienstes persönlich gekränkt. Ein starker Leiter (dargestellt von Jeschua) befreit sich vom Eindruck der Ablehnung, weil er weiss, dass sie für den aktuellen Auftrag Gottes nicht relevant ist.

         Manchmal hat Gott einen anderen Plan, wenn wir abgelehnt werden.

Hier wurden ja nicht einmal die Jünger abgelehnt, sondern ihr Lehrer. Schwache Gläubige fühlen sich nicht nur gekränkt, wenn sie persönlich abgelehnt werden, sondern auch, wenn ein Lehrer, den sie unterstützen, abgelehnt wird. Sie fühlen sich gekränkt durch die Ablehnung einer „dritten Partei“. Manchmal vertuschen wir gar eine persönliche Kränkung mit der Begründung Jeschua sei „beleidigt“ worden, oder das Königreich Gottes… Die Wahrheit ist aber, dass wir ganz einfach unreif reagieren.

  1. Prophetische Entrüstung

Wenn wir versuchen unsere persönliche Verletzung und Ärger zu vertuschen, dann deuten wir manchmal unsere Gefühle als gerechtes, prophetisches Feuer. Wir verlangen Bestrafung für die Sünder um uns herum. Dies kann in die Irre führen, vor allem wenn wir auf etwas reagieren, das uns verletzt hat. Wir können aber merken, dass dies keine echte prophetische Entrüstung ist, weil unser Verlangen nach Gerechtigkeit sich alleine um die Tatsache dreht, dass Menschen „mich“ abgelehnt haben. Deshalb müssen sie Busse tun. Sie haben meine Berufung abgelehnt. Sie haben Gottes Hand abgelehnt, die auf meinem Dienst ruht.

Es geht hier nicht um die Armen oder Schwachen, sondern es ist nur eine Reaktion auf meine eigene Ablehnung, die ich nun in super-geistlichen Farben darstelle. Wir sagen, wir würden die schwachen Schafe um uns herum beschützen wollen. Aber das ist scheinheilig, denn das, von dem wir behaupten, es schade den Schafen, ist im Endeffekt nur die Tatsache, dass mein Dienst abgelehnt wurde, und die schwachen Schafe brauchen nun meinen Schutz. In diesem Fall hier wollten die Jünger Feuer vom Himmel rufen, im Stil Elias, des Propheten (2. Könige 1).

Wenn wir an diesem Punkt angelangt sind, empfangen wir alle möglichen bestätigenden Prophetien. Sie stammen normalerweise nicht von den Menschen, die im betreffenden Fall tatsächlich die geistliche Autorität innehaben. Manchmal interpretieren wir ein gutes prophetisches Wort und wenden es dann falsch auf unsere Situation an, um unsere Handlung zu rechtfertigen. Jeder Umstand wird zur Bestätigung. Es hat geregnet während meiner Versammlung, das heisst der Heilige Geist wurde ausgegossen. Am nächsten Tag war es während ihrer Versammlung bewölkt, das heisst die geistlichen Himmel sind dunkel und verschlossen über ihnen.

  1. Geistliche Rache

Sind wir so weit, beginnt Satan in unserer Vorstellung alles über die Massen zu übertreiben. Die anderen werden in unseren Augen dämonisiert. Wo auch immer wir noch psychologische Schäden in unserem Charakter mit uns herumtragen, können satanische Geister diese persönlichen Ablehnungen aufbauschen zu riesigen Dimensionen.

Jetzt beginnen wir Prophetien auszusprechen, in welchen Gott die anderen Menschen bestraft. Das sind in der Regel keine echten Prophetien, sondern geistliche Manipulationen. Wir bemerken dabei nicht, dass wir im Unterbewusstsein sehen wollen, wie diesen Menschen, die uns ablehnten, etwas Schlechtes zustösst, damit wir „beweisen“ können, dass Gott auf unsere Seite steht. Dies ist sehr gefährlich, denn wir beginnen darauf hinzuarbeiten, dass diese zerstörerischen Prophetien sich erfüllen.

Wir befinden uns schliesslich in einer dämonischen Falle, in welcher wir unsere geistliche Energie darauf verwenden Rache an anderen Gläubigen zu nehmen. Dies ist gleichwertig wie Hexerei und wir glauben, dass wir es tun würden um die Ehre Jeschuas zu retten. Unsere Handlungen beginnen den Dienst des anderen auf eine Art kaputt zu machen, die selbsterfüllender Prophetie gleicht. Wir sind seelisch gekränkt. Unsere Vorstellung wird angefacht. Wir interpretieren Umstände „prophetisch“. Aber eigentlich verursachen wir Zerstörung und Spaltung.

Ironischerweise kann dies häufig Menschen geschehen, die glauben, sie hätten eine prophetische Berufung dazu den Leib des Messias zur Busse zu bewegen. Die Jünger Jeschuas in Lukas 9 dachten, sie verlangten gerechte Busse. Wir müssen vorsichtig sein, damit wir nicht in diesen gefährlichen, täuschenden Kreislauf kommen, der anfängt mit persönlicher Ablehnung, vertuscht wird mit prophetischer Entrüstung und damit endet, dass wir geistliche Rache ausüben.


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