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Der Messiaskomplex
© Dezember 2000, Asher Intrater

Im Laufe der Zeit habe ich eine ähnliche Schwäche bei Israelischen Politikern wie bei Leitern von charismatischen Gemeinden entdeckt. Ich nenne es den „Messiaskomplex“. Eigentlich geht es dabei um nichts anderes als das männliche Ego. Aber in diesen speziellen Fällen ist es gekoppelt mit einem Eifer die Welt durch Israel oder die Gemeinde zu retten. Man nehme einen sehr begabten Menschen, mit grossem Ego, gebe politische Macht hinzu, religiösen Eifer, Israel, die Endzeit und eine dringliche Situation – und puff – man erhält den Messiaskomplex.

Jeschua sagte, dass einer der grössten Männer, der je gelebt hat – was menschliche Begabung und Fähigkeiten betrifft – Johannes der Täufer gewesen sei. Aber Johannes selbst sagte:

Joh 3,28 und 30
Ihr selbst seid meine Zeugen, dass ich gesagt habe, ich sei nicht Christus, sondern vor ihm her gesandt. Er muss wachsen, ich aber muss abnehmen.

Johannes liess nicht zu, dass das Ausmass seiner Berufung ihm „zu Kopf stieg“. Er erinnerte sich selbst und die anderen immer wieder daran, dass er nicht der Retter war. Er war nicht der Messias. Diejenigen, die zu Grossem im Königreich Gottes berufen sind, müssen sich selbst immer wieder an diese einfache Wahrheit erinnern. Du, mein Freund, bist nicht der Messias. Du bist nicht unser Retter. Das ist nur Jeschua, und Jeschua allein.

Ganz egal wie gross und wichtig unsere Berufung ist, wir sollten niemals zum Zentrum der Aufmerksamkeit werden. Jeschua ist das Zentrum der Aufmerksamkeit. Du und ich sind nicht das Wichtigste. Er ist das Wichtigste.

Ich bin immer wieder erstaunt darüber, wie talentiert und fähig die Männer waren, die in unserer Generation die Premierminister von Israel waren. Sowohl links als auch rechts politisch: Begin, Rabin, Shamir, Peres, Netanjahu, Barak. Netanjahu und Barak neigten, weil sie jünger waren als die anderen in dieser Gruppe, eher dazu, sich als „Retter“ der Situation zu sehen. Deswegen befremdeten sie andere um sich herum in der Regierung und verursachten Probleme. (Vermutlich lernen sie von ihren Fehlern und werden in Zukunft bessere Leiter sein).

Wenn wir erkennen, dass Jeschua der Retter ist, und dass wir Menschen nur Seinen Willen hier auf der Erde tun, dann wird Demut unseren Glauben eng begleiten. Nicht jede Situation ist ideal, wir müssen zeitweise Kompromisse eingehen. Natürlich spreche ich hier nicht von moralischen Kompromissen. In moralischen Standards sollten wir jederzeit nach dem höchstmöglichen streben. Aber wenn wir mit anderen Menschen zusammenarbeiten als Team, und wenn wir nach Lösungen suchen in einer Gruppe von Menschen mit guten Absichten aber verschiedenen Meinungen, dann wird  Kompromissfähigkeit uns sehr zu Gute kommen.

Einige der grössten geistlichen Leiter unserer Zeit (Apostel, Propheten, Evangelisten) haben grossen Schaden und Spaltung verursacht, weil sie ihre eigene Rolle als zu wichtig gesehen haben für den Erfolg des Königreiches Gottes. Mein Dienst wird zentral. Meine Berufung ist das Wichtigste. Nun ja, nicht unbedingt. Wenn du Jesus wärst, vielleicht. Aber gerade dann – Er wusste, was es heisst, Sein Leben nieder zu legen für andere.

Wenn wir den Erfolg unseres Dienstes und die Wichtigkeit unserer Berufung zu sehr beachten, so wird das zu einer satanischen Form von Stolz. Vor allem dann, wenn es wichtiger wird, als unser Leben hinzugeben für andere.

Mat 16,21-23
Während dieser Zeit sprach Jesus mit seinen Jüngern zum ersten Mal von seinem Tod: „Wir müssen nach Jerusalem gehen. Dort werden mich die führenden Männer des Volkes, die Hohenpriester und Schriftgelehrten foltern und töten. Aber am dritten Tag werde ich von den Toten auferstehen.“ Da nahm Petrus ihn zur Seite, um ihn von diesen Gedanken abzubringen: „Herr, das möge Gott verhindern! So etwas darf dir nicht zustossen!“ Aber Jesus wandte sich von ihm ab und rief: „Weg mit dir, Satan! Du willst mich hindern, meinen Auftrag zu erfüllen. Du verstehst Gottes Gedanken nicht, weil du nur menschlich denkst!“

Petrus versuchte Jeschua davon zu überzeugen, an den Erfolg Seines Dienstes und die Wichtigkeit Seiner Berufung zu denken, anstatt daran, Sein Leben hinzugeben. Jeschua aber wies diese absolut menschliche Haltung zurück als satanischen Angriff. Deinen Stolz loszuwerden ist vielleicht wichtiger für die um dich herum, als die Erfüllung deiner Gaben, deiner Berufung und deines Dienstes.

Wir brauchen dich nicht als den Messias. Wir haben bereits einen!


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