logo
Revive Israel Ministerien

Falscher Messianismus

©Oktober 2000 Asher Intrater

Ich möchte euch zuallererst für eure Gebete danken. Heute habe ich übernatürlichen Schutz erfahren: Nachdem ich die Kinder in Jerusalem abgeladen hatte und auf einer der Hauptstrassen durch arabisches Gebiet fuhr, wurde ich von einer Gruppe von ca. 15-20 jugendlichen Palästinensern mit Steinen in den Händen angegriffen. Ich kam einen Hügel hinunter zu einer Böschung. Es waren keine anderen Autos zu sehen. Als ich mich der Böschung – nahe bei der Stadt Husan - näherte, sah ich die Gruppe von 15-20 Jugendlichen mit Steinen in den Händen aus ihren Verstecken kommen. Sie berechneten die Zeit so, dass sie die Kante in dem Moment erreichen konnten, wo ich unten durch fuhr. Sie wollten zweifellos töten oder verletzen. Einen Augenblick lang hatte ich Angst, aber dann spürte ich den Frieden des Herrn (sicher dank eures Gebetsschutzes über uns). Ich begann die Fahrt zu beschleunigen und sobald ich mich unter ihnen befand, scherte ich mit dem Auto aus auf die linke Spur und fuhr dort entlang, was die Distanz zwischen uns veränderte. Die Steine schossen an mir vorbei, aber ich war in Sicherheit. – Ich möchte Euch nochmals und von ganzem Herzen für eure Gebete danken.

Eine Armee, die Steine wirft

Als ich über das Geschehen nachdachte, kam mir auch wieder die Frage in den Sinn, die mein Sohn auf dem Schulweg gestellt hatte: „Wie können Arafat und mit ihm die Palästinenser die israelische Armee herausfordern, wenn sie soviel weniger Waffen haben als wir?“ Mir wurde klar, dass ein Teil der Antwort war, dass die mehr als eine Milllion Palästinensischer Araber so hasserfüllt, wütend und frustriert den Israelis gegenüber sind, dass sie in grosser Zahl bereit sind, Unruhen bis hin zum eigenen Selbstmord zu treiben. Es sieht so aus, als gäbe es eine halbe Million selbstmörderischer, Steine werfender jugendlichen Palästinensern. Das ist eine Kraft, die auch eine noch so hoch entwickelte und gut ausgerüstete Armee nicht besiegen kann.

Falscher Messianismus

Jeschua sagte, dass in der Endzeit viele falsche Messiasse sich erheben würden (Mat 24). Jeschua ist aber der einzige Messias. Er ist der einzige Retter. Jegliche messianische, weltrettende Bewegung, die nicht auf der Person von Jeschua selbst gegründet ist, wird unweigerlich zu einer irreführenden, zerstörerischen Kraft, auch wenn es die Leute noch so „gut“ meinen. Hier in Israel haben wir es mit drei falschen messianischen Strömungen zu tun. Wir müssen dabei auf ihr messianisches Streben achten, um zu verstehen, warum ihre Zerstörungskraft so gross ist. Die grösste Macht ist natürlich der kriegerische Islam. Die Moslems denken, sie würden die Welt retten, indem sie alle Menschen zum Islam bekehren, und dass Mohammed der Erretter sei. Sie sehen in Israel (und zu einem gewissen Grad auch in den USA) eine Kraft, die ihrer Welt-Errettungs-Bemühung entgegensteht. Deshalb nimmt ihr Hass auf Israel apokalyptische und selbst-mörderische Züge an.

Die zweite messianische Strömung ist der weltlich-humanitäre Zionismus. Dieser Zionismus, zurzeit (im Jahr 2000) verkörpert durch Barak, hofft immer noch, dass eine ideale israelische Gesellschaft ein Banner für den Frieden sein und ein messianisches Idealland nach Jesaja 2 hervorbringen könne. Während man heute von diesem Streben in Israel nicht mehr spricht, waren sie gewiss Teil der philosophischen Gedanken des frühen Zionismus. Dieser idealistische Traum hat sowohl bei Shimon Peres als auch bei Ehud Barak dazu geführt, die Friedenschancen zu überschätzen.

Die dritte messianische Bewegung ist das ultra-orthodoxe Judentum. Ich habe schon öfter darüber berichtet, sodass ich hier nur darauf hinweisen möchte, dass ihre Weltsicht sehr „schwarz-weiss“ ist: Die Juden sind die göttlich auserwählten „Guten“ und alle andern Personen in der Welt sind Heiden aus den Nationen. Sowohl die Juden, als auch die Araber sind in ihren Ansichten festgefahren, sowohl rassisch, als auch religiös. Ich glaube, dass nur das Kreuz von Jeschua jemanden aus dieser rassisch-politisch-religiösen Falle heraushelfen kann. Der Zusammenstoss dieser drei messianischen Bewegungen im Nahen Osten ist – ohne die Präsenz von Jeschua – eine schreckliche Kombination. 

Unmöglich zu trennen

Von allen Seiten wird behauptet, dass die Lösung des bestehenden Konflikts darin bestünde, die Palästinenser gänzlich von den Israelis zu trennen und klare Grenzen zwischen uns zu ziehen. Das ist aber schlichtweg nicht möglich. Es gibt zu viele Orte in Israel, wo Juden und Araber unter- oder miteinander leben. Das ist z.B. in Jerusalem der Fall. Es erinnert mich an den Konflikt, den Jakob und Esau im Mutterleibe miteinander hatten. Man kann nicht zwei Babys voneinander trennen, wenn sie in demselben Leibe sind.

Göttliche Spannung und Gleichgewicht

In Gott besteht eine göttliche Spannung zwischen seiner Heiligkeit und seiner Barmherzigkeit. Es herrscht ein Gleichgewicht zwischen der Furcht vor Gott und der Liebe zu Ihm. Aus Israels Sicht drückt sich diese göttliche Spannung in den Friedensverhandlungen auf der einen Seite und der militärische Stärke auf der andern Seite aus. In einem Interview am israelischen Fernsehen ballte Barak beide Fäuste. Er erhob die eine Faust um damit seine Entschlossenheit zu demonstrieren, nichts unversucht zu lassen in den Friedensverhandlungen. Er erhob die andere Faust um damit anzuzeigen, dass er aber auch militärisch stark sein wolle. Ich glaube, das setzte die Sache ins richtige Gleichgewicht; ins göttliche Gleichgewicht. Das Problem war, dass während einem Grossteil dieses letzten Jahres eben dieses Gleichgewicht verloren gegangen war. Da Barak zu sehr an die Verhandlungen glaubte, schwang das Pendel, als diese versagten, auf die andere Seite. Wenn ein Pendel losgelassen wird, fällt es nicht etwa in die Mitte, sondern es schwingt auf die andere Seite. Die plötzliche Enttäuschung über die missglückten Friedensverhandlungen hat zu heftigen Gegenreaktionen auf beiden Seiten geführt. Während der Ausschreitungen am Yom Kippur sprach ich in der Gemeinde über die göttliche Spannung zwischen der Gnade von Jeschua am Kreuz und der militärisch anmutenden Strafe bei seinem zweiten Kommen. Es liegt Barmherzigkeit im Evangelium, aber es ist auch ein drohendes Ultimatum von Gott.

Erst Friede, dann Krieg

Es ist interessant festzustellen, dass die Idee, einem Feind wenn immer möglich zuerst Friedensverhandlungen anzubieten und erst, wenn Frieden nicht möglich ist, militärisch zu reagieren, ein biblisches Konzept darstellt. Dies wir so in 5Mo 20,10 berichtet. Vielleicht wird Krieg nötig, aber Friedensbemühungen müssen dem vorausgehen. Wenn Frieden nicht erreicht werden kann, dann muss das Militär sehr entschieden handeln. In diesem Moment (im Jahr 2000) sind wir wohl nahe an einem Krieg. Lasst uns weiterbeten.

Auch Juden benehmen sich aufrührerisch

Folgendes tragisches Ereignis erlebten wir diese Woche: Eine Bande von jüdischen Jugendlichen zündete eine Moschee in Tiberias an. Dies zeigt, dass Menschen, wenn sie frustriert sind, ausrasten können. Einige Kommentatoren (auch Christen) sahen in dieser Tat etwas Positives, eine Demonstration von israelischer Stärke! Das ist absolut verkehrt! Nicht nur war es falsch, es schwächte auch die israelische Position. Diese Jugendlichen waren nicht Patrioten, sondern Ganoven. Sie kamen sich zwar wie Helden vor, aber sie benahmen sich eher wie Narren. Wenn wir uns die Frustration dieser jungen Israeli vorstellen können, verstehen wir auch die Frustration der Palästinenser. Tatsache ist, die Frustration der Palästinenser ist wohl  noch grösser. Trotzdem, während es gewisse Ähnlichkeiten zwischen den Ausschreitungen auf beiden Seiten gibt, sind auch grosse Unterschiede festzustellen. Man muss festhalten, dass die Anzahl der jüdischen Aufrührer klein war. Die Ausschreitung wurde sofort vom israelischen Volk, rechter und linker Flügel und von der Regierung verurteilt. Ferner ist die israelische Polizei sofort ausgerückt, um den Unruheherd auszuschalten, die Aufrührer in Haft zu nehmen und rechtliche Massnahmen gegen sie zu ergreifen. Das war ganz anders als bei der palästinensischen Regierung, wo es eher den Anschein hat, dass diese die Anschläge noch ermutigt.

Christliche Reaktion in den USA und rund um die Welt

Während ich die Komplexität der Situation so offen als möglich beschrieben und auch Verständnis für das palästinensische Anliegen gezeigt habe, glaube ich doch, dass es wichtig ist, dass Christen rund um die Welt zu Israel stehen und in ihren Ländern ihre Unterstützung äussern. Trotz der Frustration, Komplexität und Empfindlichkeiten tut Israel sein Bestes, um sich im Brennpunkt der Feindschaft der islamischen Welt und der Überbleibsel des Antisemitismus vom Rest der Welt zu behaupten. Das ist biblisch gesehen sehr wichtig. In den Endzeit-Beschreibungen des Propheten Joel steht, dass Gott die Nationen ins Gericht bringen und sie für Angriffe auf das jüdische Volk und Land bestrafen wird. (Joel 3,2)

Weltweiter Antisemitismus

Es ist für uns hier in Israel schockierend, antijüdische Demonstrationen in weit entfernten Ländern zu sehen. Schockierend dabei ist, dass diese Demonstrationen nicht wirklich auf den Schwierigkeiten mit dem palästinensischen Anliegen basieren; dafür sind sie nicht nahe genug. Diese Menschen fühlen nicht den Schmerz der Palästinenser, und sie stehen auch nicht in enger Verbindung mit ihnen. Denn, wenn dem so wäre, hätten sie diese während der letzten Jahre vermehrt in humanitärer Hinsicht unterstützt. Es ist offensichtlich, dass die Demonstranten den gegenwärtigen Konflikt dazu benutzen, um ihren Hass auf Israel und das jüdische Volk herauszulassen. Humanitäre Sympathie für die Palästinenser kann ich sehr wohl schätzen. Hingegen ist Hass gegen Israel und das jüdische Volk anti-göttlich, anti-biblisch und anti-christlich.
Ein letztes Wort. Der Lynchmord an den zwei israelischen Soldaten traf einen Nerv bei den Israelis hier. Es war nicht das Blut. Nicht der Tod. Israelis wissen, dass im Krieg Gewalt und Tod vorkommen. Es war diese seltsame Freude bei den Massen. Dieses entsetzliche Vergnügen, einen jüdischen Körper zu verstümmeln, nachdem er bereits tot war. So etwas sieht man nicht in andern Kriegen oder Konflikten. Es ist so unverständlich und abstossend. Beängstigend. Es bleiben unbewusste, unausgesprochene Fragen unbeantwortet in unserer Geschichte. Warum? Warum dieser Hass gegen uns?


Zurück

Bitte BETET für unseren Dienst in Israel. Für unsere Evangelisation unter Israelis, die Gründung messianischer Gemeinden, unsere Jüngerschaftsschule, die prophetische Anbetung und Gebetswachen auf Hebräisch und die finanzielle Unterstützung der Bedürftigen.