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Den Sabbat halten
©25. April, 2010 Von Asher Intrater

Wenn wir das Evangelium in Israel weitergeben, müssen wir uns mit der Frage auseinandersetzen, ob wir „die Gebote halten“.  Wenn religiöse Juden „Gebote“ sagen, dann vermischen sie die biblischen Geboten und die von den Rabbinern hinzugefügten Gebote. Wenn wir „Nein“ sagen, verlieren wir die Autorität der Schrift. Wenn wir mit „Ja“ antworten, dann fragen sie welche „halacha“ (rabbinischen Gebote) wir halten.

Unsere Antwort auf diese Frage muss ein eindeutiges “Ja” sein, aber wir müssen sofort erklären, dass wir eine andere Art und Weise haben, wie wir dies umsetzen. Der erste Unterschied besteht darin, dass wir die biblischen Gebote als Autorität akzeptieren, aber die rabbinischen Gebote nicht. Als ich dies im israelischen Fernsehen erklärt habe, hat der Interviewer meine Position direkt verstanden. Die Diskussion wurde dann viel offener und hat sich anschließend auf viel tiefergehen­de Bereiche erstreckt. (Er dachte zuerst, wir wären wie die Karaiten, eine antike Sekte im Judentum, die die Schrift als Autorität anerkannt haben, aber nicht die halacha).

Der ursprüngliche Zusammenhang

Die biblischen Gebote, die uns vor einigen tausend Jahren gegeben wurden, können nicht in einem Vakuum erfüllt werden. Sie wurden gegeben als Teil einer vierfachen Ausgabe:

  1. Der Engel YHWHs (der die 10 Gebote auf dem Berg Sinai geschrieben hat)
  2. Die Gebote selbst (mit einem unterschiedlichen Grand von Bedeutung - Matth 23,23)
  3. Die Blutopfer (die Vergebung erwirkt haben, wenn Gebote überschritten worden waren)
  4. Der Heilige Geist (um zu leiten und die Menschen in die Lage zu versetzen, das Gesetz zu halten - 4. Mose 11,25-29, Röm 8,2-4)

Als messianische Juden sind wir zum Verständnis gelangt, dass der Engel des Herrn oft Jeschua (Jesus) ist, dass die Gebote der Liebe und Moralität die des religiösen Symbolismus abgelöst haben, dass die Kreuzigung Jesu die volle Bedeutung der Opfer darstellt und dass der Heilige Geist gekommen ist, um in uns zu wohnen. Dieser Blickwinkel gibt die Balance, die Gebote im täglichen Glaubensleben anzuwenden.

Im Neuen Bund ist das Gesetz in unsere Herzen hineingeschrieben worden (Jeremia 31,31); deshalb ist unsere Art, die Gebote zu halten von innen motiviert, mit der Betonung auf die „Herzensbedeu­tung“ der Gebote und einer großen Flexibilität hinsichtlich der äußerlichen Details eines Rituals.

Das rabbinische Judentum ermutigt zum Halten der Gebote, aber es hat diese aus dem Zusammenhang gerissen. Die Torah selbst bleibt dieselbe. Allerdings ersetzen die Gesetze der Halacha die Leitung des Heiligen Geistes, die Rabbiner ersetzen den Messias und die Sühnung durch das Blut fehlt generell.

Einer meiner Söhne hat neulich das Evangelium an einen religiösen Juden weitergegeben und als dieser ihn fragte, ob wir die Gebote halten, sagte er “Ja, aber wir haben eine andere Art diese anzuwenden“. Er kam nach Hause und sagte „Vater, dies hat wirklich funktioniert und eine ernsthafte Diskussion über die wahre Bedeutung des Glaubens und den Messias möglich gemacht“.

Die Sabbatgesetze

Die Grundlage aller moralischen Gesetze sind die 10 Gebote. Man findet die 10 Gebote an 3 verschiedenen Stellen in der Torah: 2. Mose 20, 3. Mose 19 und 5. Mose 5 – überall in leicht abgewandelter Form. Das Gebot, das für den meisten Diskussionsstoff sorgt, ist der Sabbat. Das rabbinische Judentum kann zeitweise sehr zwanghaft sein hinsichtlich der Sabbatgesetze. Zum Beispiel gibt es eine Meinungsverschiedenheit, ob es erlaubt ist am Sabbat Toilettenpapier zu zerreißen – und deshalb benutzen einige Gruppen Toilettenpapier, das in kleinere Abschnitte „vorgetrennt“ ist.

[Joe Shulam hat einmal über den Talmud gelehrt und kam zu einem Abschnitt, der andeutete, dass die Sünde des goldenen Kalbes sich an einem Sabbat ereignete. Eine ältere religiöse Frau unter den Zuhörern rief laut: „Nein, das kann nicht stimmen!“. Joe fragte sie warum. Sie antwortete: „Es waren doch Juden, oder?“ Beim Nacherzählen der Geschichte mussten Joe und ich so lachen, dass wir dabei ins Weinen gerieten. Ich vermute aber man muss Jude sein, um den Witz zu verstehen. Was sie deutlich machen wollte war: Ehebruch, Götzendienst, Okkultismus und Rebellion – das alles ist nachvollziehbar, aber den Sabbat zu brechen – das möge Gott verhüten!]

Jeshuas Sabbatgesetze

Es gibt tausende von Seiten rabbinischer Literatur über Sabbatgesetze. Jeschua fasste Seine Halacha in drei einfachen Regeln zusammen:

Markus 2,27  - Der Sabbat ist für den Menschen gemacht.

Jeschua kehrt zu dem ursprünglichen Zweck des Sabbats zurück: Er wurde eingerichtet, um eine wöchentliche Freisetzung von dem Fluch der Sünde Adams zu sein. Er sollte ein Vorgeschmack des kommenden 1000jährigen Reiches sein. Es war eine Zeit von den Dingen dieser Welt auszuruhen und unsere Herzen dem Herrn zuzuwenden.

Markus 2,28 – Der Menschensohn ist Herr über den Sabbat.

Jeschua spricht von sich selbst als der letztgültigen Autorität darüber, wie der Sabbat zu halten sei. Es war Er selbst in Gestalt des Engels/JHWH, der zuerst das Sabbatgebot niedergeschrieben hat. Die Rabbiner sagen, es sei unmöglich ohne Beaufsichtigung die Gebote zu halten. Jeder benötigt einen Rabbi, der ihm sagt, wie man die Einzelheiten erfüllen soll. Wenn man die Anleitung eines Rabbis hat, dann hat man keine Zweifel, ob man sich richtig verhalten hat. Jeschua ist unser Rabbi, wir halten den Sabbat gemäß seinen Anweisungen.

Markus 3,4 – Es ist erlaubt am Sabbat Gutes zu tun.

Jeschua hat wiederholt gesagt, dass das moralische Gesetz das rituelle Gesetz außer Kraft setzt. Er erinnert uns daran, dass die richtige Interpretation des Gesetzes einfache Moral erfordert, logische Unterscheidungsfähigkeit und eine gesunde Herangehensweise an das menschliche Leben.

Ich lehne den Standpunkt ab, dass traditionelle Juden die Gebote halten und messianische Juden nicht. Wir halten Gottes Gebote, aber wir bemühen uns, ihre ursprüngliche Bedeutung im Licht des neuen Bundes wiederherzustellen. Ein großer Teil der Christenheit nimmt die Gebote nicht mehr ernst aus theologischen Entschuldigungen heraus. Ein großer Teil des Judentums hat die Gebote entstellt durch rituelle Traditionen.

Lasst uns in der Balance zwischen der Errettung aus Gnade und dem Gehorsam aus Glauben unter der Herrschaft Jeschuas wandeln.


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