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Die zehn verlorenen Stämme: Gefunden
©Asher Intrater, Januar 2001

Das Königreich Israel erreichte seine grösste Herrlichkeit in der Zeit von David und Salomo, ungefähr 1000 Jahre vor der Zeit Jeschuas. Während der Herrschaft von Salomos Sohn, Rehabeam, trennten sich die 10 nördlichen Stämme Israels von Juda und Benjamin. So wurde das Reich geteilt in die nördlichen Stämme Israels und die südlichen Stämme Judas.

Diese Teilung wurde zum Grund für die Messianische Hoffnung durch einen zukünftigen Messias wiedervereint zu werden (Hes 37,12ff). Des Weiteren gibt es auch die symbolische Bedeutung: die nördlichen Stämme stehen für die internationale Gemeinde, während die Stämme Judas das Jüdische Volk und die Nation Israel repräsentieren. Wie auch immer, diese zwei Ansichten sind prophetisch und symbolisch, nicht historisch oder genealogisch.

Die nördlichen Stämme Israels wurden von den Assyrern im achten Jahrhundert v. Chr. und die südlichen Stämme im sechsten Jahrhundert gefangen genommen. Die Bibel berichtet, dass die Gefangenen Judas während des fünften Jahrhunderts v. Chr. ins Land Israel zurückkehrten.

Da es keine grössere Erwähnung der Wiederherstellung der nördlichen Stämme gibt, entstand über die Jahre viel Spekulation und Neugier und es stellte sich die Frage: “Wo sind die verlorenen zehn Stämme?”

Ein interessanter, jedoch gefährlicher Trend ist es, dass viele christliche Sekten behaupten, die eigentlichen Nachfahren der zehn nördlichen Stämme zu sein. Diese Gruppen erstrecken sich von solchen in Japan, bis zu amerikanischen Ureinwohnern. Manche Elemente der Mormonen und bei den Zeugen Jehovas stellen ähnliche Ansprüche auf. Selbst Teile der Christlichen Zionistenbewegung sind betroffen.

Die Wahrheit ist aber: Es gibt keine verlorenen Stämme. Während der Zeit des geteilten Königreichs und der Gefangenschaft kam ein Prozentsatz von jedem nördlichen Stamm zurück und liess sich im Gebiet Judas nieder. Nach dieser Zeit bezog sich der Name Juda oder die Juden nicht mehr nur auf den Stamm Juda, sondern auch auf die Benjaminiten, die Leviten und die nördlichen Stämme.

Es gibt keine verlorenen zehn Stämme. Alle Stämme Israels sind eingeschlossen in dem, was wir heute das Jüdische Volk nennen. Sechs grundlegende biblische Beweise unterstützen diese Ansicht.

  1. Der Überrest Israels in Juda (2. Chronik)
    Im Buch der 2. Chronik wird häufig berichtet, dass Angehörige der nördlichen Stämme nach Juda immigrierten nach der Teilung des Königreichs. Dies geschah bereits unmittelbar nach der Teilung.
    2. Chronik 10,16-17 - Und ganz Israel ging zu seinen Zelten. Die SÖHNE ISRAEL ABER, DIE IN DEN STÄDTEN JUDAS WOHNTEN, über sie wurde Rehabeam König.

    Es könnte nicht viel klarer ausgedrückt werden, dass es Angehörige der Israelischen Stämme gab, die im Gebiet Judas lebten. 2. Chronik 11,3 hält klar fest, dass Rehabeam nicht nur König Judas war, sondern auch von „GANZ“ Israel „IN“ Juda und Benjamin. 2. Chronik 11,16-17 besagt, dass aus “ALLEN” Stämmen Israels, diejenigen die ihr Herz auf Gott ausgerichtet hatten nach Jerusalem kamen um das Königreich Judas zu stärken.

    2. Chronik 15,9 sagt uns, dass während der Erweckung von König Asa „Mengen aus Israel“ nach Juda kamen. In 2. Chronik 24,5 wird weiter berichtet von Angehörigen aller Stämme Israel, die sich sammelten. 2. Chronik 30,21 und 25 erzählt von den Kindern der Israelitischen Stämme, die während der Herrschaft Königs Hiskias nach Juda kamen. 2. Chronik 31,6 spricht wiederum von den Kindern Israel, die in den Städten Judas wohnten.

    2. Chronik 30,10 spricht von den Angehörigen der Stämme Ephraim, Manasse, Zebulon und Asser, die nach Jerusalem kommen. 2. Chronik 30,18 erwähnt auch den Stamm Issachar. 2. Chronik 34,6 fügt der Liste Angehörige des Stammes Simeon und Naftali hinzu. 2. Chronik 34,9 hält klar fest, dass Angehörige „VOM GANZEN ÜBERREST ISRAELS“ gab, die in der Zeit nach der Assyrischen Gefangenschaft in Jerusalem lebten. 2. Chronik 35,3 erwähnt wiederum, dass Mitglieder von „ganz Israel“ Teil von Juda waren.
  2. Wiederhergestellt nach der Gefangenschaft (Esra und Nehemia)
    Nach der Babylonischen Gefangenschaft wurde die Nation Israel unter der Führung von Esra und Nehemia wiederhergestellt. In diesen Büchern finden sich ausführliche genealogische Aufzeichnungen. Die Tatsache, dass es so sorgfältig geführte genealogische Aufzeichnungen gab, beweist, dass die nördlichen Stämme Israel nicht nur ein Teil der Wiederherstellung waren, sondern dass sie Aufzeichnungen hatten ihrer Familien, und dass sie wussten, aus welchem Stamm sie kamen. Esra 2,2 beginnt die Aufzeichnung der „…Zahl der Männer des Volkes ISRAEL.“ Esra 2,59  besagt, dass die Menschen eindeutige genealogische Aufzeichnungen besassen, die nicht nur aufzeigten von welchem der nördlichen Stämme sie kamen, sondern auch von welchem Haus: „anzeigen ihr Vaterhaus und ihr Geschlecht, ob sie aus Israel wären.“ Diejenigen die Aufzeichnungen besassen, aber nicht abschliessend beweisen konnten, woher sie kamen, wurden als untauglich befunden, sie mussten warten, bis ein Priester aufstand (sollte dies je geschehen) mit Licht und Recht. Dies beweist, wie metikulös und genau die Aufzeichnungen des Grossteils der Familien waren (Esra 2,62-63). Esra 2,70 spricht noch einmal von “allem” Israel in den Städten Judas nach der Wiederherstellung durch Esra und Nehemia.

    Esra 6,16 und 21 spricht spezifisch von den „Kindern Israels, die aus der Gefangenschaft wiedergekommen waren.“ Esra 9,2; 10,2 und 10,19ff sprechen von den Problemen, welche die Israeliten hatten wegen Ehen mit Frauen aus fremden Völkern.

    Nehemia 7,7 bis 73 wiederholt die Genealogie der Israelitischen Stämme, die in Esra 2 aufgezeichnet ist. Nehemia 9,2; 11,3 und 11,20 sprechen von dem “anderen Israel…in allen Städten Judas…“ Nehemia 13,3 spricht von der Scheidung der Heiden (Fremdlinge) vom Volk, damit die genealogischen Aufzeichnungen nicht durcheinander kamen.
  3. Das Zeugnis von Anna (Lukas 2)
    In Lukas 2,36 wird die Prophetin Anna mit Abstammung vom Stamm Asser erwähnt, dieser ist einer der nördlichsten und am wenigsten bevölkerten Stämme Israels. In andern Worten haben wir hier im Neuen Testament eine klare Erwähnung, dass Menschen, die in jener Zeit als Juden bezeichnet wurden auch aus den nördlichen zehn Stämmen kamen, und dass sie noch immer nachweisen konnten von welchem Stamm sie kamen.

    Wie kann es sein, dass beispielsweise der Stamm Asser seit 700 Jahren vor Christus verloren ist, wenn Anna ihre Abstammung von Asser in der Zeit des Neuen Testaments kannte?
  4. Jeschua und die Apostel (Evangelien und Apostelgeschichte)
    Jeschua wirkte im ganzen Land Israel. Er richtete sich an das ganze Volk Israel dort. In all seinen Reden wird angenommen, dass er zu allen Nachfahren Israels spricht. Jeschua erwähnte nicht einmal die Möglichkeit, dass es noch eine andere jüdische Gruppe oder einen Stamm gab, der sich irgendwo herumtrieb. Während er zu den Jüdischen Menschen des ersten Jahrhunderts sprach, sagte er, dass er gerufen war zu „den verlorenen Schafen des Hauses Israel“ (Mat 10,6).

    Auf die gleiche Art richteten sich die Apostel an die Menge der Juden im ersten Jahrhundert mit der Annahme, dass sie zu allen Nachfahren Israels sprachen. In Apg 2,22 richtet sich Petrus an die „Juden“ in Jerusalem und spricht zu ihnen als „Männer Israels“. Am Ende seiner Predigt bezeichnet Petrus die Menge als das „GANZE Haus Israels“ (Apg 2,36). In anderen Worten, in den Augen Petrus, schloss das Jüdische Volk im ersten Jahrhundert alle Stämme Israels ein. Petrus bezeichnete in seinen Predigten immer wieder das Volk als das ganze Haus Israels (Apg. 3,12; 4,8; 4,10; 4,27; 5,21; 5,31; 5,35; 10,36).

    Auch Paulus sprach die Juden des ersten Jahrhunderts als „Männer Israels“ an (Apg 13,16). Er bezeichnet die Juden als Israeliten in allen seiner Botschaften (Apg 13,23-24; Apg 21,28; Apg 28,20). Die zwölf Jünger wurden als die zukünftigen Führer gesehen, die „auf den zwölf Thronen sitzen und die zwölf Stämme Israels richten“ werden (Mat 19,29).
  5. Die zwölf Stämme des Jakobus
    Der Jakobusbrief richtet sich an „die zwölf Stämme Israels, die über die ganze Welt zerstreut leben“ (Ja 1,1). Er spricht nicht von irgendwelchen verlorenen Stämmen, sondern zu den zerstreuten Zuhörern von Jüdischen Menschen, die im ersten Jahrhundert an Jeschua glaubten.
    Dasselbe Argument gilt, wenn wir den Hebräerbrief anschauen. Die Gruppe, die hier als Hebräer bezeichnet wird, ist nicht ein Stamm von Japanern oder amerikanischen Ureinwohnern, sondern das Jüdische Volk des ersten Jahrhunderts.
  6. Der Überrest Israels (Römer 9-11)
    Dieses Argument erhält besonderes Gewicht, wenn wir die Verheissungen der Wiederherstellung des gläubigen Überrestes von Israel anschauen, von denen im Buch der Römer, Kapitel 9-11, gesprochen wird. Paulus verleiht hier seinem Gebet Ausdruck, dass die Kinder Israels gerettet werden (Röm 9,1-4; 10,1-4). Dieser Überrest, der wiederhergestellt werden soll, ist der biblische Überrest Israels, der die Prophetien erfüllt. Sie sind dasselbe Volk, das Jeschua im ersten Jahrhundert ablehnte. Es war nicht irgendein verlorener Stamm, der Ihn ablehnte, sondern die Juden, die zu jener Zeit in Israel lebten.

    Paulus hält fest, dass Gott das Volk Israel nicht verlassen hat (Röm 11,1). Es gibt einen Überrest Israels der Gnade (Röm 11,5). Was Israel nicht erhalten hat, das haben die Auserwählten erhalten (Röm 11,7). Der Abfall Israels brachte Rettung für die Heiden (Röm 11,11). Ihre Wiederherstellung wird Leben aus den Toten sein (Röm 11,12 und 15).

    Das ganze Drama von Römer 9-11 macht nur Sinn, wenn es um das Volk geht, das wir heute als Juden bezeichnen. Wenn jemand denkt, es beziehe sich auf die Mormonen oder die Zeugen Jehovas, oder auf Christliche Zionisten, oder um einen anderen Eingeborenenstamm, so geht die ganze Bedeutung des Abschnitts verloren. Diese Ansicht würde die Verheissungen Gottes für Israel zerstören, der eigentliche Grund für Evangelisation in Israel und die Bedeutung der Versöhnung zwischen Israel und der Gemeinde in der Endzeit.
  7. Die Ansicht der Sekten
    Es ist kein Zufall, dass so viele Sekten zum Schluss gekommen sind, dass sie einer der zehn „verlorenen“ Stämme Israels sind. Diese Haltung führt ihre Mitglieder in die Irre und sie ist falsch gemäss der Bibel. Diese Theologie ist gefährlich und irreführend, wenn wir versuchen die Prophetien über die Wiederherstellung Israels, die der Rückkehr des Messias Jeschua (Jesus) vorausgeht, zu verstehen.

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